Goran Pandev  erzielt gegen Torwart Marc-Andre ter Stegen das Tor zum 1:0 für Nordmazedonien. Foto: Imago/Team 2

Mega-Start in die WM-Quali vermasselt. Die bislang weiße Weste hat ihren ersten dicken schwarzen Fleck. Aus der angepeilten Neun-Punkte-Woche ist nichts geworden. Sie ist nicht nur deutlich schmaler ausgefallen, sie ist mit einer blanken Enttäuschung zu Ende gegangen, mit einer dicken Blamage. Beim 1:2 (0:1) gegen Nordmazedonien sind nicht alle neune gefallen, es hat vielmehr 13 geschlagen. Jogis Jungs haben sich lächerlich gespielt.

Lange schon sieht es ziemlich düster aus um den viermaligen Weltmeister. Schwer tun sich die Jungs von Jogi Löw in dessen letztem WM-Quali-Spiel, weil es die Fortsetzung erst im September gegen Liechtenstein gibt und der Bundestrainer dann ein anderer ist. Erst einmal aber hat Löw in Abwesenheit von Manuel Neuer (für ihn steht Marc-André ter Stegen im Kasten) Ilkay Gündogan zum Kapitän gemacht. Der übernimmt Verantwortung, krallt sich die Kugel nach einem Foul an Leroy Sané und vereitelt mit seinem Elfmetertor zum 1:1-Ausgleich (63.) wenigstens die ganz große Blamage.

So scheint es zumindest und so ist die Hoffnung. Bis das dicke Ende doch noch kommt.

Die Bitternis ist körperlich spürbar

Besser machen wollten sie es als beim spärlichen 1:0 drei Tage zuvor in Rumänien. Erst einmal sollte das heißen, die Chancen besser zu nutzen. Genau das aber haben sie total verdaddelt. Ganz so viele Chancen hat es diesmal nicht gegeben, ein paar wenige und dafür hochkarätige aber schon. Was daraus geworden ist, verdient das Attribut kläglich. Schon die erste richtige muss durch Leon Goretzka sitzen, endet aber an der Latte (9.), die zweite durch Serge Gnabry, den Torschützen von Bukarest, aus sechs Metern deutlich drüber (31.). Den Vogel schießt Timo Werner ab. Der Joker hat das nahezu leere Tor vor sich, verhaspelt sich aber mit seinen Beinen (80.).

So machen sie sich nicht nur allein das Spiel schwer. Ein „alter Mann“ im Team der Gäste setzt ihnen zusätzlich zu und am Ende ist es deren Benjamin, der die Blamage eintütet. Weil sie den 37-jährigen Goran Pandev, den Kapitän, im Strafraum völlig allein lassen, schiebt der locker ein. Das 0:1 unmittelbar mit dem Pausenpfiff (45.+2) stellt die Partie zwar auf den Kopf, allerdings nur ein wenig. Und als in diesem eigentlich sowieso vermurksten Spiel vielleicht durch einen Glückstreffer doch der Sieg winkt, vernichtet mit dem 21-jährigen Eljif Elmas ein Talent vom SSC Neapel die letzten Hoffnungen (85.).

Und als der letzte Freistoß in der neunten (!) Minute der Nachspielzeit auch nichts bringt, nicht einmal einen Punkt, ist die Blamage perfekt und die Bitternis sogar körperlich spürbar.