Während des Freundschaftsspiels zwischen Deutschland und Israel zeigte ein Fan Zivilcourage und überführte einen Mann, der den Hitlergruß zeigte. Foto: Imago

Schlimm, schlimmer, Hitlergruß. Die widerliche Entgleisung eines Zuschauers beim Freundschaftsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Israel (2:0) schlägt weiter hohe Wellen. Das Gute an der fiesen Geste: Ein echter Fußballfan zeigt Zivilcourage und überführt so den Straftäter.

Der 28 Jahre alte Mann hatte während der Begegnung am Sonnabend in Sinsheim mehrfach den Hitlergruß gezeigt. Ein Fan meldete den Vorfall in der ersten Halbzeit, sodass Sicherheitskräfte den Mann noch während des Spiels identifizierten und aus dem Stadion abführten.

DFB verurteilt Hitlergruß aufs Schärfte

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der zuvor in Form von Bundestrainer Hansi Flick und DFB-Direktor Oliver Bierhoff betonte, dass es mit Blick auf die Geschichte ein ganz besonderes Spiel für das deutsche Nationalteam sei, verurteilte den rechtsextremistischen Vorfall „aufs Schärfste“.

„Der DFB spricht sich klar gegen jegliche Form von Rassismus, Diskriminierung und Gewalt aus“, hieß es vom Verband, das sei auch in seiner Satzung verankert: „Fußball ist vielfältig – so wie die ganze Gesellschaft.“ Der DFB trete ein für ein „Klima des Respekts und der Mitmenschlichkeit im Fußball“, das mache er auch mit vielfältigen Aktivitäten zu diesem Thema deutlich.

Mann droht nach Hitlergruß Freiheitsstrafe

Zusätzlich bietet der DFB an Länderspieltagen im In- und Ausland ein Fan-Telefon (0151/16788111) an, über das jegliche Form von Hilfe angefordert werden kann. Über das Hinweisgebersystem des DFB könnten derartige Vorfälle auch im Nachhinein gemeldet werden.

Das war dank der Zivilcourage eines Fans in Sinsheim nicht mehr nötig. Die Polizei Mannheim hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Neben einem lebenslangen bundesweiten Stadionverbot muss der Mann auch mit ernsthaften juristischen Konsequenzen rechnen. Der Hitlergruß wird in Deutschland entweder mit einer Geld- oder mit einer Freiheitsstrafe geahndet.

Zuletzt zeigten auch Union-Fans beim Europa-Conference-League-Spiel gegen Maccabi Haifa Zivilcourage. Als Gästefans im Oktober im Olympiastadion von einigen Zuschauern permanent beleidigt und beworfen wurden, griffen bereits einige eiserne Anhänger ein. „Es haben sich bei uns auch Menschen gemeldet, die im Block waren und die Szenerie beobachtet haben“, erklärte Kommunikationschef Christian Arbeit damals.

Dank ihnen leiteten die Berliner Polizei und der Staatsschutz Ermittlungsverfahren gegen mehrere Personen ein. Für die Hilfe bedankten sich damals das Junge Forum Deutsch-Israelische Gesellschaft.

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