Ist nun der teuerste Trainer der Welt: Bald-Bayern-Coach Julian Nagelsmann (33). dpa/Jan Woitas

Und auf einmal ging alles ganz fix! Julian Nagelsmann wird neuer Trainer des FC Bayern. Das bestätigten die Münchner am Dienstagvormittag. Damit verlässt der erst 33 Jahre alte Chefcoach RB Leipzig bereits nach zwei Jahren wieder und heuert beim Rekordmeister an. Der Vertrag von Noch-Trainer Hansi Flick wird dagegen in München aufgelöst. Damit scheint der Weg zum DFB frei, wo Flick als Nachfolger von Bundestrainer Joachim Löw gehandelt wird.

Medienberichten zufolge greift der FC Bayern für Nagelsmann tief in die Tasche: Bis zu 25 Millionen sollen nach Leipzig fließen. An der Säbener Straße erhält Nagelsmann einen Fünfjahresvertrag.

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Bayerns Bald-Boss Oliver Kahn: „Allein schon Julians Vertragslaufzeit von fünf Jahren zeigt, wie sehr er sich mit dem FC Bayern identifiziert. Ich bin überzeugt davon, dass wir die sportliche Zukunft des FC Bayern zusammen mit Julian Nagelsmann sehr erfolgreich gestalten werden“, so der Vorstand. 

Dank an Hansi Flick 

„Die Gespräche mit Julian verliefen sehr partnerschaftlich, sehr konstruktiv. Wir werden viel Freude an ihm haben, davon bin ich überzeugt“, sagt Sportvorstand Hasan Salihamidžić. „Bei Hansi Flick möchte ich mich ausdrücklich bedanken. Nachdem er vor gut eineinhalb Jahren das Amt des Cheftrainers übernommen hat, haben wir zahlreiche Siege und Titel gefeiert, das Triple im Jahr 2020 war dabei der Höhepunkt. Diese Erfolge werden mit seinem Namen verbunden bleiben. Ich wünsche ihm alles Gute auf seinem weiteren Weg.“

Unter Flick erlebten die Bayern die erfolgreichste Saison ihrer Vereinsgeschichte. Insgesamt sechs Titel räumten die Münchner ab, darunter war der Gewinn der Champions League beim Finalturnier im Vorjahr. Zwar haben die Bayern die diesjährige Meisterschaft noch nicht am Wochenende in Mainz klargemacht, aber sie dürfte ihnen kaum noch zu nehmen sein. Das wäre Titel Nummer sieben in der doch überraschend kurzen Flick-Ära.

Rekordablöse für einen Trainer 

Nagelsmann (33) war im Sommer 2019 für fünf Millionen Euro von der TSG Hoffenheim nach Leipzig gewechselt. Er hatte stets betont, dass für ihn ein vorzeitiger Wechsel nur mit Zustimmung von RB infrage käme. Seit Jahren gilt der gebürtiger Landsberger als möglicher Bayern-Trainer, die Münchner Vereinsbosse schätzen ihn schon lange. „Der FC Bayern spielt in meinen Träumen schon eine etwas größere Rolle“, hatte er vor einigen Jahren in einem Eurosport-Interview gesagt. Als Kind und Jugendlicher war Nagelsmann Fan des Rekordmeisters, lebte auch schon mal in München. Frau und Kind wohnen bereits im Freistaat.

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Hintergrund für das Ende der kurzen Flick-Amtszeit in München ist auch ein seit langem schwelender Zwist mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Zudem reizt Flick offenkundig die Chance, nach der EM im Sommer die Nachfolge von Löw antreten zu können, der dann sein Amt räumen wird. „Ich bin dem Verein dankbar, dass ich Cheftrainer bei Bayern München sein konnte“, hatte Flick gesagt. Er war 2019 als Co-Trainer von Niko Kovac engagiert worden und hatten diesen im November 2019 als Chefcoach abgelöst.

Wer trainiert RB Leipzig? 

Bis zum Transfer von Nagelsmann nach München waren die 7,5 Millionen Euro für den Wechsel von Adi Hütter von Eintracht Frankfurt zu Borussia Mönchengladbach der Ablöse-Höchstwert eines Trainers in Deutschland. International gilt der Wechsel von Andre Villas Boas (43) vom FC Porto zum FC Chelsea vor zehn Jahren als Bestmarke. Von 15 Millionen Euro war damals die Rede.

Als Nachfolger von Nagelsmann kursierte zuletzt der Name Jesse Marsch. Der Amerikaner ist aktuell Trainer von Red Bull Salzburg und hat bereits sein Interesse an der Nagelsmann-Nachfolge hinterlegt. Unter Ralf Rangnick war Marsch bereits Co-Trainer in Leipzig und bei Mannschaft und Umfeld sehr beliebt.