Ex-DFB-Präsident Fritz Keller (M.) schießt erneut scharf gegen Spitzenfunktionär Rainer Koch (l). und leistet indirekt Wahlkampfhilfe für Peter Peters (r.). Foto: Imago

Die Schlammlacht in Deutschlands Fußball-Zentrale geht weiter! Die drei früheren DFB-Bosse Fritz Keller, Reinhard Grindel und Theo Zwanziger fordern kurz vor Wahl des neuen Präsidenten am Freitag das Aus für den umstrittenen Spitzenfunktionär Rainer Koch. Damit leisten sie indirekt Wahlkampfhilfe für Peter Peters, der beim Bundestag in Bonn gegen Bernd Neuendorf antritt.

„Aus unserer langjährigen Erfahrung heraus appellieren wir an die Delegierten des DFB-Bundestages: Beenden Sie das System Koch und sorgen Sie für einen echten Neuanfang im DFB“, teilten Keller, Grindel und Zwanziger in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Der 63 Jahre alte Koch führt derzeit den Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Interimspräsident. Er ist zudem 1. DFB-Vizepräsident und sitzt im Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA).

DFB-Trio fordert Ende der Machtspiele

„Mit der EURO 2024, der DFB-Akademie und dem Masterplan Amateurfußball gibt es großartige Projekte, die essentiell sind für die Zukunft des Fußballs in Deutschland. Sie können darüber hinaus für ein besseres Ansehen des DFB sorgen“, schreibt das Trio. „Dazu brauchen wir aber einen Wandel der Verbandskultur. Machtspiele, Intrigen und Indiskretionen müssen der Vergangenheit angehören.“

Koch werden von seinen Kritikern zahlreiche Verfehlungen vorgeworfen. Während Präsidentschaftskandidat Neuendorf den langjährigen Funktionär weiter im DFB-Präsidium und im UEFA-Exko sieht, schloss Peters eine Zusammenarbeit mit Koch aus.

Keller wirft Koch Intrigen vor

Keller (Amtszeit 2019-2021), Grindel (2016-2019) und Zwanziger (2004-2012) mussten von ihren Ämtern zurücktreten - Keller nicht zuletzt wegen eines Disputs mit Koch. Keller hatte Koch während einer DFB-Sitzung mit dem Namen eines Nazi-Richters angesprochen. Auch Zwanziger und Grindel kritisierten Koch deutlich. Dieser hatte die Vorwürfe gegen seine Person immer wieder zurückgewiesen. Zuletzt, auch als Peters Koch kritisierte, ließ Koch mitteilen, sich „an ins Persönliche gehenden Debatten“ nicht zu beteiligen.

Keller kritisierte Koch am heftigsten und bezeichnete ihn als „Spaltpilz“, der „von der Intrige“ lebe: „Mit den Intrigen gegen Personen ist auch immer wieder in Kauf genommen worden, dass gleichzeitig die Integrität des DFB beschädigt wurde. Das muss ein Ende haben“, sagte Grindel.

Keller äußerte: „Meine Erfahrung ist: Koch ist ein Spaltpilz, er lebt von der Intrige. Sein System ist das des Beschwörens von falschen Feindbildern, des Druckausübens. Ich bin sicher, die Delegierten wissen aus eigener Erfahrung, wovon ich rede.“

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