Es grünt so grün, wo Dynamos Träume blühen: Das Sportforum präsentiert sich im schmucken Gewand des DFB-Pokal-Brandings. Patrick Skrzipek

Heute ist es so weit. Wenn so gegen kurz vor 15.30 Uhr die letzten Töne von Nick Caves Song „Red Right Hand“ im Sportforum durch die Umkleide hallen, dann wissen die Jungs vom BFC Dynamo: Es geht los. Raus auf den Fußballplatz. Raus zur ersten Runde des DFB-Pokals. Raus zu hoffentlich ewigem Ruhm gegen den VfB Stuttgart.

„Red Right Hand“ ist die dunkle Titelmusik der Netflix-Kultserie „Peaky Blinders“. „Damit stimmen wir uns immer auf die Spiele ein“, verriet Andreas Pollasch. Der Kapitän der Dynamos muss auch in der Kabine dafür Sorge tragen, dass die Töne durch Mark und Bein gehen.

+++ Eil +++ Eil +++ 1000 Zusatztickets für VfB-Hit +++ Eil +++ 

Es wurden nicht die erhofften 3800 Tickets, aber der Senat gewährt dem BFC immerhin weitere 1000 Karten für den Pokalschlager gegen den VfB Stuttgart. Die Karten gibt es an diesem Freitag, bis 18 Uhr, in der Geschäftsstelle und in den vier Stunden danach an der Tageskasse vor der Geschäftsstelle. Sollte es ein Restkontingent geben, wird am Sonnabend, ab 9 Uhr, eine Tageskasse geöffnet. Der BFC weist daraufhin, dass keine Kartenzahlung möglich ist. Um Wartezeiten zu verringern, muss ein Kontaktfragebogen vorher ausgefüllt und mitgebracht werden.

Der BFC will zum Pokalschreck werden

Und irgendwie passt das Thema der Serie auch für den Klub aus Hohenschönhausen. Es geht um den mit allen Mitteln angestrebten Aufstieg eines zusammengeschworenen Haufens aus den Niederungen Birminghams zu gesellschaftlicher Größe. In diesem Fall zu fußballgesellschaftlicher Größe.

Davon ist der BFC noch ein gutes Stück weit entfernt. Auch wenn man aus der Versenkung wieder emporgestiegen ist. Doch noch hat der 10-malige DDR-Meister bundesweit nicht die Strahlkraft, die der frühere Dauergast im Europacup einst genossen hat.

Es ist ein langer und dorniger Weg. Ein ewig gehegter Traum seit der fußballerischen Wiedervereinigung. Mittendrin musste man immer wieder zusehen, wie andere Klubs an einem vorbeizogen. Union etwa. Phasenweise TeBe als Zweitligist, auch wenn die ebenfalls eine rasante Berg- und Talfahrt hingelegt haben. Derzeit ist der FC Viktoria sportlich an den Hohenschönhausern vorbeigezogen.

Vorerst bleibt Dynamo mit dem Kick gegen den VfB die Aussicht, einst zu Klubs wie Eppingen, Geislingen oder Vestenbergs Greuth gezählt zu werden. Die sorgten allesamt im Pokal in der ersten Runde für faustdicke Überraschungen. Wäre doch immerhin ein Anfang.

Und lukrativ dazu. Denn die Kohle für das Erreichen von Runde zwei – etwas mehr als eine Viertelmillion Euro – kann der BFC komplett einstreichen und müsste nicht auf einen erheblichen Teil der Prämie wie in Runde eins verzichten. Die war ja an die verbliebenen Klubs des Landespokals ausgeschüttet worden, als der BFV die Fortsetzung des Wettbewerbs nur mit den Regionalligisten beschloss.