Die Spieler des SV Elversberg um Kevin Conrad (Foto) spielten sich den Ball die letzten Minuten einfach nur noch hin und her. Imago/Beautiful Sports

Der BFC Dynamo hat es in der Regionalliga Nordost am Sonnabend schon wieder versäumt, die Meisterschaft endgültig klarzumachen. Doch der Tabellenzweite Jena hat mit drei Punkten und 13 Toren Rückstand bei nur noch einem Spiel nur noch theoretische Chancen, um den Weinroten die Teilnahme an der Relegation zum Drittliga-Aufstieg streitig zu machen. Etwas weiter ist da seit Sonnabend der SV Elversberg, der steht nun mit drei Punkten und 19 Toren Vorsprung ebenfalls quasi als Meister der Südwest-Staffel fest, muss aber nicht in die Relegation. Doch wie es dazu kam, klingt nach einem kleinen Fußball-Skandal.

Nichtangriffspakt zwischen SV Elversberg und Sonnenhof Großaspach

Denn als es in der Partie der Saarländer bei FSV-Frankfurt gut zehn Minuten vor Schluss 1:1 stand, drang das Zwischenergebnis der Partie Sonnenhof Großaspach gegen SSV Ulm an den Spielfeldrand. Großaspach führte 3:0 und das hatte große Auswirkungen auf die Tabelle. Denn es bedeutete gleichzeitig, dass Elversberg 3 Punkte und 18 Tore Vorsprung auf die zweitplatzierten Ulmer hatten - und Frankfurt hielt Großaspach mit 3 Punkten und 13 Toren auf Distanz.

Elversber-Coach Horst Steffen war vor einigen Jahren in Chemnitz tätig. Imago/Jan Huebner

Was folgte war die niederklassige Version der Schande von Gijon bei der WM 1982 als sich Deutschland und Österreich durch einen Nichtangriffspakt beide in die k.o.-Phase mogelten. Sie spielten sich den Ball einfach nur zu.

Elversberg-Coach Horst Steffen schickt seine Spieler in die eigene Hälfte

Dieses Schauspiel der Schande wurde nun in der Regionalliga Südwest wiederholt. Wie die Bild berichtet, schickte Eversbergs Trainer Horst Steffen (früher u.a. Chemnitzer FC) seine Mannschaft tief in die eigene Hälfte. Die Spieler kickten sich den Ball minutenlang unter dem Applaus ihrer Fans zu. Und die Frankfurter? Die kannten das Ergebnis vom Nebenplatz auch und waren mit dem Punkt höchst zufrieden. Bis zum Abpfiff kam kein Frankfurter mehr an den Ball.

Was nach außen wirkt wie ein Skandal wird von den Beteiligten gefeiert. „Es war klar, dass wir bei Unentschieden so gut wie durch sind. Da ist das legitim“, sagte Horst Steffen dem Blatt. Und Frankfurt-Coach Tim Görner: „Uns hat das Unentschieden gereicht. Warum sollten wir da attackieren?“

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Besonders bitter ist das ganze für Großaspach, die auch wegen eines Sieges von der Zweitvertretung der TSG Hoffenheim und trotz des aufopferungsvollen Sieges gegen den Aufstiegskandidaten Ulm nun den Gang in die Fünftklassigkeit gehen müssen.