Trainer Stefan Kuntz setzt im letzten Gruppenspiel bei Olympia gegen die Elfenbeinküste auch auf Unions Max Kruse (r.) und Herthas Jordan Torunarigha (M.). dpa

Mit zwei Unionern und zwei Herthanern kämpft Deutschland aller Voraussicht nach um das Olympia-Viertelfinale. Für das Berliner Quartett und das Team von Bundestrainer Stefan Kuntz heißt es am Mittwoch gegen die Elfenbeinküste (10.00 Uhr/ZDF und Eurosport): siegen oder fliegen!

Zumindest Japans Jugend hat den Glauben an Deutschlands Kicker noch nicht verloren. „Gewinnen Sie und kommen Sie zurück nach Yokohama“, stand auf Deutsch auf einem Plakat, das zwei kleine Jungen vor dem Endspiel gegen die Westafrikaner für das DFB-Team gepinselt hatten. Als Kuntz die Aufmunterung sah, posierte er mit den Kindern und nach oben gerecktem Daumen für ein Foto.

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Stefan Kuntz setzt auf Union- und Hertha-Spieler

Das Problem: Um tatsächlich noch einmal in Yokohama zu spielen, müssten Kuntz und Co. schon das Endspiel erreichen. Bis dahin ist es nach zwei mäßigen Auftritten gegen Brasilien (2:4) und Saudi-Arabien (3:2) aber ein langer Weg, der schon am Mittwoch (10 Uhr MESZ/ZDF und Eurosport) enden könnte: Im letzten Gruppenspiel zählt in Miyagi nur ein Sieg, um das Viertelfinale zu erreichen und das Aus zu verhindern.

Zwar könnte auch ein Remis reichen, wenn Brasilien zeitgleich hoch gegen Saudi-Arabien verliert. Weil das aber nahezu ausgeschlossen ist, muss Kuntz erst gar nicht groß rechnen. „Wir wissen genau, was wir erreichen müssen. Bei einem Sieg sind wir weiter“, sagte der Europameister von 1996. Weil 400 Kilometer nördlich von Tokio sogar ein paar Zuschauer zugelassen sind, könnte im Miyagi Stadium endlich auch ein bisschen olympisches Flair aufkommen.

Taifun könnte für Chaos sorgen

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Schwieriger wird für Kuntz das Personal-Puzzle, nach der Roten Karte gegen Abwehrspieler Amos Pieper (Bielefeld) stehen ihm erneut nur 14 Feldspieler zur Verfügung. Beste Chancen, Bielefelds Verteidiger zu ersetzen, hat Herthas Jordan Torunarigha, der bisher nur zu zwei Kurzeinsätzen kam. Gesetzt sind dagegen weiter Köpenicks Kicker Max Kruse und Cedric Teuchert und Herthas Arne Maier.

Leicht wird die Aufgabe aus gleich zwei Gründen nicht: Einerseits sind die Ivorer mit ihren Stars Franck Kessie (AC Mailand) und Eric Bailly (Manchester United) nach den Auftritten gegen Saudi-Arabien (2:1) und Brasilien (0:0) noch ungeschlagen. Zudem macht das feuchtwarme Klima den Deutschen zu schaffen. Zwar macht der viel diskutierte Taifun einen Bogen um Tokio, doch nun steuert das Unwetter unter anderem auf Miyagi zu. Sogar eine Verschiebung des Spiels wurde kurz diskutiert. Kuntz bleibt dennoch cool: „Wenn da etwas passieren sollte, werden wir richtig darauf reagieren.“

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