Wolfsburg-Trainer Niko Kovac warf Max Kruse vor Wochen aus dem Kader und stand zuletzt in der Kritik. Nach dem ersten Saisonsieg gegen Stuttgart kann Kovac aufatmen. 
Wolfsburg-Trainer Niko Kovac warf Max Kruse vor Wochen aus dem Kader und stand zuletzt in der Kritik. Nach dem ersten Saisonsieg gegen Stuttgart kann Kovac aufatmen.  Imago/Jan Huebner

Nicht wenige waren der Meinung, dass Max Kruse bereits bald wieder das Trikot des VfL Wolfsburg tragen könnte – vorausgesetzt der in die Kritik geratene Trainer Niko Kovac muss in der Autostadt seinen Hut nehmen. Doch der VfL wühlte sich gegen den VfB Stuttgart zu einem 3:2-Sieg, was für den suspendierten Ex-Union-Star Max Kruse keine guten Nachrichten sind. Kovac, der im „Fall Kruse“ noch auf den Tisch gehauen hatte, zeigte sich nach dem ersten Saisonsieg nun als stiller Genießer.

Kein entspanntes Lächeln, keine großen Gesten, keine kessen Sprüche – Niko Kovac ließ sich hinterher nichts anmerken. „Es war vorher nicht alles schlecht und jetzt ist nicht alles top“, sagte der stille Genießer nach dem so wichtigen 3:2 (2:2) seines VfL Wolfsburg gegen den VfB Stuttgart: „Wir freuen uns und sind glücklich, aber es sind auch nur drei Punkte.“

VfL Wolfsburg: Stuttgart-Sieg beendet Kovac-Diskussion 

Wolfsburg-Trainer Niko Kovac hat endlich Grund zum Feiern: Der VfL holte gegen Stuttgart den ersten Saisonsieg, was auch das Dauerthema Max Kruse vorerst beendet. 
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Wolfsburg-Trainer Niko Kovac hat endlich Grund zum Feiern: Der VfL holte gegen Stuttgart den ersten Saisonsieg, was auch das Dauerthema Max Kruse vorerst beendet. 

Doch für Kovac bedeutet dieser so sehr herbeigesehnte Sieg natürlich mehr als drei Punkte. Schließlich beendet er zunächst einmal die Diskussion um seinen Job. Vorher hatten sich Geschäftsführer Jörg Schmadtke und Aufsichtsratschef Frank Witter ja genötigt gefühlt, ihren in die Kritik geratenen Trainer das Vertrauen auszusprechen. Und Kovac ist lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass das der Anfang vom Ende sein kann.

Doch in diesem wilden Kellerduell vor 24.125 Zuschauern zeigte der Werksklub dann endlich einmal, was Kovac sehen - sein Team ackerte, wühlte, biss, gab sich nicht auf und spielte ab und zu sogar ansehnlichen Fußball.

VfL-Profis wollen nicht mehr über Max Kruse reden

„Ich hoffe, dass uns das den nötigen Auftrieb gibt“, sagte Kovac, nachdem er mit seinen Wölfen erst einmal aus dem Tabellenkeller geklettert war. Gleich nächste Woche wollen sie in Augsburg nachlegen. „Erfolge bringen Glauben, Erfolge bringen Selbstvertrauen“, sagte Kovac.

Und der Erfolg bringt nun ein bisschen Ruhe. Schließlich scheint es auch ohne den ausgemusterten Max Kruse, der dafür weiter in den sozialen Medien seine Selbstvermarktung vorantreibt, zu gehen. „Ich glaube zu Max Kruse ist alles schon gesagt worden“, sagte Matchwinner Yannick Gerhardt, der in der Nachspielzeit den Sieg erzwang. Die drei Punkte seien „sehr wichtig für die Moral“ der Mannschaft, schließlich „haben wir in der letzten Minute zurückgeschlagen“.

Wolfsburg: Kovac-Lob schlecht für Max Kruse

Die Mannschaft habe „natürlich gemerkt“, dass der Druck zuletzt auch auf Kovac immer größer wurde, sagte Gerhardt, der nach einer Bänderverletzung erstmals in dieser Bundesliga-Saison in der Startelf stand: „Leider haben wir beim VfL in den letzten Jahren zu viele Trainer verschlissen.“

Kovac soll nicht der Nächste sein, was schlecht für Kruse ist.  Als Trainer bekomme man nicht ewig Zeit, „wenn man keine Punkte einfährt“, sagte Gerhardt. Aber die Mannschaft sei „überzeugt“ von dem Weg. 

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