Im Frühjahr liefen die Fans Sturm gegen die geplante Super League. Nun regt sich Widerstand gegen die neuen WM-Pläne. Imago

Der Proteststurm der Fans juckt die Fifa nicht. Der Fußball-Weltverband hält trotz massiver Proteste an seiner Idee fest, die Weltmeisterschaft alle zwei statt wie bisher alle vier Jahre auszurichten.

„Was wir vorschlagen, ist eine Neuordnung der Turniere der Konföderationen“, sagte Fifa-Direktor Arsène Wenger am Donnerstag während einer Pressekonferenz. „Du gibst mehr Mannschaften die Chance, sich zu qualifizieren, aber auch mehr Ländern die Möglichkeit, eine WM auszurichten.“

Der einstige Toptrainer war zuvor in Doha mit etlichen Ex-Stars des Weltfußballs zusammengekommen, um über „die Zukunft des globalen Fußballs“ zu diskutieren. Zu der Beratungsgruppe gehören neben Rekordnationalspieler Lothar Matthäus auch zwei Ex-Herthaner: Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann und Rio-Weltmeister Sami Khedira.

Europa juckt die Fifa nicht

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Dem Vorschlag zufolge sollen die Änderungen nach der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko mit erstmals 48 Nationen greifen. 2027 würden dann die Turniere der Konföderationen ausgerichtet werden, also auch die Europameisterschaft, die im jetzigen Modus erst 2028 wieder auf dem Kalender stünde. Die EM 2024 wird in Deutschland ausgerichtet. 2028 würde dann erneut eine WM gespielt werden.

AFP
Fifa-Präsident Gianni Infantino (M.) und Fifa-Direktor Arsène Wenger (M.o.) gelten als Strippenzieher der geplanten WM-Revolution.

Der Fifa-Kongress hatte im Mai eine entsprechende Machbarkeitsstudie für das Männer- und Frauen-Turnier auf den Weg gebracht, die aus Saudi-Arabien, wohin Fifa-Präsident Gianni Infantino gute Beziehungen pflegt, angeregt worden war.

Fifa drängt auf schnelle Entscheidung

Bei den Fans kommt der Vorschlag gar nicht gut an. Nach Uefa-Präsident Aleksander Ceferin („Würde das Turnier entwerten“) meldete sich nun auch die organisierte Fanszene lautstark zu Wort. So betonte das Bündnis Football Supporters Europe (mehr als 50 Fanorganisationen), zu dem auch drei deutsche Fan-Zusammenschlüsse gehören, in einer Stellungnahme: „Die überwältigende Mehrheit der Fans ist gegen eine alle zwei Jahre stattfindende WM.“

Die Pläne stoßen auch in der Bundesliga auf großen Widerstand. „Was ich davon halte? Nichts“, sagte Freiburgs Trainer Christian Streich am Donnerstagmittag, ehe Wenger gut eine Stunde später eine Online-Pressekonferenz abhielt. „Wenn sie jetzt eine WM alle zwei Jahre machen, dann weiß ich nicht mehr, wie das dann noch gehen soll.“ Bayern Münchens Sportvorstand Hasan Salihamidzic nannte den brisanten Plan „Quatsch. Ich habe mir eigentlich gedacht, dass die alle sechs Jahre kommt.“

Doch die Fifa hat schon außerhalb Europas viele wichtige Allianzen geschmiedet. Afrikas Kontinentalverband CAF hat sich bereits für eine Verkürzung des WM-Rhythmus ausgesprochen, auch aus Asien gibt es Unterstützung.

Und die Fifa drängt auf eine schnelle Entscheidung. Nach Wengers Wunsch, den er gegenüber der L’Equipe äußerte, soll diese schon bis Jahresende fallen.

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