Schiedsrichter Manuel Gräfe verrät, was für Sprüche im Eifer des Gefechts manchmal rausrutschen. IMAGO / Poolfoto

Was machen eigentlich Schiedsrichter, wenn die Stimmung auf dem Spielfeld zu kippen droht? Wenn die Atmosphäre aufgeheizt ist und die Sprüche derber werden? Ex-Bundesliga-Referee Manuel Gräfe (47), der aus Altersgründen seine Karriere nach der Saison 2020/21 beenden musste, packt jetzt im „Bild“-Podcast Phrasenmäher aus. Und verrät, was er im Nachhinein lieber nicht gesagt hätte.

Als Marius Ebbers von 2008 bis 2013 noch für den FC St. Pauli auf dem Spielfeld stand, ist Manuel Gräfe sein vielleicht folgenschwerster Spruch rausgerutscht. Er erinnert sich an ein Spiel in Hamburg: „Er kam an und meinte zu mir: ,Ey, Manu, was pfeifst du für eine Scheiße?‘ Und da habe ich gesagt: ‚Was du hier jetzt spielst, das spiele ich noch nachts um drei Uhr besoffen!‘“

Manuel Gräfe: Müsste mich „eigentlich im Nachhinein entschuldigen“

Ups! Darf ein Schiri sowas sagen? „Das war natürlich irgendwie des Guten zu viel“, meint der Unparteiische rückblickend. „Da war ich noch jünger. Das würde ich heute niemals mehr so sagen. Aber das war eine aufgestachelte Atmosphäre, und da bin ich dann doch auch mal der Fußballer gewesen, und da ist mir so ein emotionaler Spruch rausgerutscht.“

Mario Ebbers bekam von Manuel Gräfe verbal sein Fett weg. IMAGO / Schupfner

Und dieser Spruch hatte Folgen. Vor allem für den Spieler, wie Gräfe von Marius Ebbers’ damaligem Mitspieler Ralph Gunesch erfuhr. „Ebbers musste danach ziemlich leiden. Weil immer, wenn er eine Bude verpasst hat im Training oder sonst wo, wurde gesagt: ‚Gräfe hätte den nachts um drei besoffen noch gemacht...‘“, meint Manuel Gräfe im Podcast. Und: „Das war so eine Geschichte, wo man sich eigentlich im Nachhinein entschuldigen muss, weil der Spruch geht nicht...“