Gute Freunde kann niemand trennen: Messi und Neymar (r). spielten einst in Barcelona zusammen und sollen nun in Paris ein neues Traumduo bilden.  AFP

Der Wahnsinn bricht sich ungehindert Bahn! Spätestens, seit Lionel Messi (34) am Sonntagmittag in Barcelona seine Abschiedsrede hielt, drehen die Fans von PSG durch. Obwohl der Superstar mit keiner Silbe erwähnte, wo er künftig mit dem Ball zaubern wird, steht für sie (und für eigentlich alle Experten) fest: Es kann nur in Paris sein.

Jedes kleinste Gerücht sorgt in Frankreichs Hauptstadt für Schnappatmung. Gleich nach Ende seines Auftritts in Barcelona machte sich Messi auf den Weg, hieß es. Sofort pilgerten Hunderte in Paris zum Flughafen Le Bourget. Die Zeitung „Le Parisien“ richtete gar einen Liveticker ein und musste da dann vermelden: „Er wurde am Sonntagabend erwartet, kam aber nicht.“

PSG plant den großen Wurf mit Messi, Neymar und Mbappé

Wurscht, der Mutmacher folgte prompt: „Paris-Fans können beruhigt sein, Messi wartet auf die Ausarbeitung der letzten Details seines Vertrags mit dem Hauptstadtklub, bevor er nach Frankreich aufbricht.“ Aha! Die „L’Equipe“ verkündete gestern: „Noch ist Messi kein PSG-Spieler, aber es scheint sich nur noch um Stunden zu handeln.“

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Sicherheitshalber hielten die meisten Fans vor Ort aus. Bloß den großen Moment nicht verpassen...

Der Wahnsinn der Massen ist das eine, der Wahnsinn auf dem Transfermarkt das andere! Scheich-Klub PSG ist ganz dicht dran an einem Dream-Team, das jeden anderen Top-Klub fast wie eine Schülertruppe aussehen lässt. Kommen Messi und auch noch Weltmeister Paul Pogba (28), sprengt der Wert des Kaders trotz purzelnder Preise in der Corona-Krise die Milliarden-Marke!

PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi (47) macht ernst: Seit 2011 träumt der katarische Geschäftsmann vom Gewinn der Champions League. 2020 war es fast so weit. Paris stand erstmals im Endspiel. Doch den Henkelpott schnappte sich der FC Bayern (1:0). Dieses Jahr war im Halbfinale gegen Manchester City Feierabend.

Paris zahlt Gehälter von mehr als 230 Millionen Euro 

Für den erneuten Anlauf rüstet PSG mächtig auf – und knackt bald die Milliarden-Marke!

Denn in diesem Sommer wurde bereits heftig, allerdings auch clever geshoppt: 76 Millionen Euro kostete Rechtsverteidiger Achraf Hakimi (22) von Inter Mailand, 16 Millionen Euro Portos Mittelfeldspieler Danilo Pereira (29).

Ablösefrei kamen Real-Star Sergio Ramos (35/zehn Mio. Marktwert) und Liverpool-Stratege Georginio Wijnaldum (30/30 Mio.) sowie AC Mailands Weltklasse-Torwart Gianluigi Donnarumma (22/65 Millionen).

Das neue Dream-Team schraubt laut „L’Equipe“ allein die Ausgaben für die Gehälter der Stars  – ohne Messi wohlgemerkt – auf aberwitzige 238 Millionen Euro im Jahr in die Höhe. Insgesamt ist der PSG-Kader damit laut transfermarkt.de bereits stolze 935 Mio. Euro wert.

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PSG-Coach Pochettino soll mit Messi gesprochen haben

Damit nicht genug: Trainer Mauricio Pochettino (49) soll mit Landsmann Messi (Marktwert 80 Mio.) schon gesprochen und sportliche Details geklärt haben. Im Gespräch ist ein Zwei-Jahres-Vertrag plus Option mit 40 Mio. Euro Gehalt pro Saison.

Trotz der Star-Invasion an der Seine soll auch Manchester-United-Profi Pogba (60 Mio.) weiter auf dem Einkaufs-Zettel stehen. Von der ebenfalls angepeilten Verpflichtung von Cristiano Ronaldo (36) spricht wegen Messi in Paris keiner mehr.

Einen Strich durch die Rechnung könnte PSG nur die Financial-Fairplay-Regelung der Uefa machen. Seit den Transfers von Neymar (29, kam 2018 für 222 Mio. Euro vom FC Barcelona) und Kylian Mbappé (22, kam 2018 für 180 Mio. aus Monaco) müssen die Pariser eigentlich rund 60 Mio. Euro im Jahr durch Verkäufe einnehmen.

Und: Mbappé (Vertrag bis 2022) liebäugelt mit einem Wechsel zu Real Madrid. Doch PSG-Boss Al-Khelaifi bleibt hart: „Wir werden ihn nie verkaufen, er wird keine Freigabe erhalten.“

Scheint ganz so, als setze PSG ein letztes Mal alles auf eine Karte. Mithilfe der Milliarden-Marke soll endlich der Henkelpott nach Paris geholt werden. Ganz egal, ob danach die Sintflut droht.

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