Die Beerdigung von Fußball-Idol Horst Eckel am 9. Dezember. Andreas Brehme (2.v.r.), Weltmeister von 1990 trug den Sarg zum Grab. dpa

Am 3. Dezember 2021 trauerte ganz Fußball-Deutschland. Horst Eckel, der bis dahin noch letzte lebende WM-Held von 1954, verstarb im Alter von 89 Jahren. Die Anteilnahme um den Spieler des „Wunders von Bern“ war groß. Doch nur zwei Monate später gibt es Ärger. Eckel bekommt bisher kein Ehrengrab auf dem Friedhof in seinem pfälzischen Heimatdorf Bruchmühlbach-Miesauer im Ortsteil Vogelbach. Jetzt spricht seine Tochter Dagmar und entrüstet sich.

Horst Eckel (l.) mit Helmut Rahn nach dem 3:2-WM-Endspiel gegen Ungarn in Bern. Imago Images

„Die Bruchmühlbacher Gemeinde verwehrt Papa ein Ehrengrab. Ich finde das sehr unschön, zumal wir uns ja um das Grab kümmern würden. Es geht mir einfach darum, dass Papa diese Würdigung bekommt, denn er hat ja für Vogelbach, für ganz Deutschland sehr viel getan“, sagte seine Tochter Dagmar Eckel.

Bürgermeister spricht von defizitärer Haushaltslage

„Die Ortsgemeinde wie auch die Verbandsgemeindeverwaltung haben sich mit allen Mitteln und Kräften bemüht, Herrn Horst Eckel einen würdevollen Abschied auf dem Friedhof im Ortsteil Vogelbach zu ermöglichen, was nicht unerhebliche Kosten verursacht hat“, teilte Bürgermeister Erik Emich auf Anfrage mit. „Aufgrund der erheblich defizitären Haushaltslage der Ortsgemeinde und der bestehenden strengen Haushaltsauflagen der Kommunalaufsicht wurde bisher in keinem einzigen Fall über die Zusicherung einer freiwilligen Leistung in Form eines Ehrengrabes beschlossen.“

Ein Ehrengrab wird von einer Kommune als Auszeichnung für die Verdienste eines Verstorbenen und als Erinnerung vergeben. Die Grabpflege kann dann mit öffentlichen Mittel bezahlt werden, dafür gibt es aber unterschiedliche Regelungen. Die Ruhezeit kann über die übliche Zeit hinaus verlängert werden.

Dagmar Eckel: „Das versteht keiner!“

Horst Eckel mit Tochter Dagmar im August 2019. dpa

„Die Mama war auch sehr enttäuscht, wir waren als Familie sehr enttäuscht. Das ist etwas, das keiner versteht. Für uns ist das nicht schön, wir können das nicht nachvollziehen“, sagte Dagmar Eckel. Sie wolle dafür kämpfen, dass ihr Vater doch noch ein Ehrengrab bekommt. Eckel ist im 1300-Einwohner-Dorf Vogelbach geboren und lebte dort auch zuletzt mit seiner Ehefrau Hannelore.

Dagmar Eckel habe eine Rechnung in Höhe von 1900 Euro für die Aushebung des Grabes erhalten, „die ich auch bezahlen würde, selbstverständlich. Aber mir geht’s einfach um die Ehre, um den Respekt Papa gegenüber und darum, dass das Grab bestehen bleibt“.

Am Tag von Eckels 90. Geburtstag am 8. Februar soll auf dem Friedhof von Vogelbach, nur wenige hundert Meter von seinem langjährigen Wohnhaus entfernt, eine Kranzniederlegung stattfinden – in Anwesenheit von Vertretern des DFB. Da sollte doch wirklich eine Lösung gefunden werden …

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