Tasmanias Kapitän Hans-Günter Becker (r.) beim Einlaufen ins Stadion in der Saison 1985/66. Foto: imago images/Otto

Der Bundesliga-Rekord bleibt in Neukölln! Schalke hat nach 30 sieglosen Spielen mit 4:0 gegen Hoffenheim gewonnen und Tasmania jubelt. Die 55 Jahre alte Negativserie von 31 Partien ohne Sieg bleibt im Vereinsgeschichtsbuch als unerreichte Marke bestehen.

Almir Numic, der Präsident des Nachfolgevereins, war nach dem Schlusspfiff auf Schalke entzückt: „Den Sieg gönne ich den Schalkern. Für uns als Kultverein ist der Negativrekord sehr wichtig.“ Ewige Verlierer als Erfolgsstory. Mit Stolz erklärt Numic: „Durch die Geschichte mit Schalke füllt sich gerade unser Presseordner.“ Der Tas-Boss gab selbst der New York Times ein Interview. Doch Numic will mit dem Oberligisten, der momentan auf Platz 1 steht, auch Erfolg auf dem Rasen und in die Regionalliga aufsteigen.

Auch der frühere Tas-Kapitän Hans-Günter Becker (82), der die Verlierer-Truppe in der Bundesligasaison 1965/66 anführte, freut sich über den ersten Sieg der Knappen nach knapp einem Jahr, aber sagt auch: „Dass die Schalker in dieser Höhe gewinnen, hat mich überrascht. Ich bin zwar kein Wahrsager, aber wir werden den Rekord wohl doch noch für sehr lange Zeit behalten.“

Der Senior hat sich in den vergangenen Wochen wenigstens gefreut, dass dieser Negativrekord so viel Menschen interessiert hat. „Mit den vielen Anfragen und Interviews ist es fast ein wenig wie damals“, erinnerte sich Becker. 1965 kam Tasmania überraschend als Nachrücker ins Oberhaus, weil Hertha BSC wegen finanzieller  Unregelmäßigkeiten ausgeschlossen wurde. „Das anfängliche Interesse der Presse schlug damals schnell in Häme um“, sagt der ehemalige Kapitän Becker. Und dabei schwingt auch ein bisschen Mitleid für die Schalker mit: „Da ist ganz schön viel Druck auf dem Kessel.“ Und der wird auch bleiben - trotz des Sieges gegen Hoffenheim.