Roman Abramowitsch (r.) gilt als eng befreundet mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Dem Oligarchen und Eigentümer des FC Chelsea droht deswegen Ärger. imago

Er könnte das erste und eines der prominentesten Opfer der Sanktionen gegen Russland aus der Sportwelt werden. Roman Abramowitsch, Eigentümer des FC Chelsea, spürt nach der Russlands Überfall auf die Ukraine mächtig Gegenwind. Die Politik fordert, den gesamten Besitz des Oligarchen zu beschlagnahmen. Chelsea-Trainer Thomas Tuchel bangt vor dem Finale des Ligacups gegen Jürgen Klopp und den FC Liverpool (Sonntag, 17.30 Uhr, Dazn) um die Zukunft des Klubs. 

Chelsea zittert vor Sanktionen gegen Abramowitsch

„Wir sollten nicht so tun, als sei dies kein Thema. Die Situation für mich und meine Mitarbeiter, die Spieler ist schrecklich“, erklärt der ehemalige BVB-Coach vor dem Finale in Wembley.

Für den Klub, bei dem auch die deutschen Nationalspieler Timo Werner, Antonio Rüdiger und Kai Havertz unter Vertrag stehen, bringe es eine große „Unsicherheit“, so Tuchel, der aber klarstellte: „Viel schlimmer ist es aber für die wirklich betroffenen Menschen. Unsere besten Wünsche, unsere Gedanken sind bei ihnen, das ist das absolut Wichtigste.“

Chelsea-Coach Tuchel in Sorge

Nach der Invasion russischer Truppen in die Ukraine wird im britischen Parlament nicht nur über Chelseas Klub-Besitzer diskutiert. Abramowitsch ist einer von zahlreichen Oligarchen und Firmen, denen Sanktionen drohen. Im Parlament wurde bereits vorgeschlagen, seine Konten einzufrieren und Besitztümer inklusive Chelsea zu beschlagnahmen.

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Deutschlands Nationalspieler Timo Werner und Kai Havertz (r.) stehen beim FC Chelsea unter Vertrag. imago

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Tuchel wollte nicht zu detailliert auf die Situation eingehen. Nur so viel: „Es gibt so viele Ungewissheiten rund um unseren Klub und die Situation in Großbritannien, dass es keinen Sinn macht, wenn ich dies kommentiere.“ Tuchel räumte allerdings ein, dass die Gesamtsituation „unsere Gedanken“ und „Vorfreude auf das Endspiel“ verhülle.

Wettbieten um Chelsea

Wie das Portal Bloomberg berichtet, soll Abramowitsch mit dem Gedanken spielen, den Premier-League-Klub zu verkaufen. Sportinvestoren und Private-Equity-Firmen, darunter auch einige aus den USA, planen bereits potenzielle Übernahmeangebote für den Londoner Klub. Chelsea habe unter anderem bereits eine verbindliche Anfrage erhalten.

Ein möglicher Verkauf von Chelsea unter diesen Umständen wäre ein Novum im englischen Fußball. Die Blues werden mit einem Gesamtwert von rund 1,9 Milliarden Euro bewertet.

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