Stürmerlegende Joachim Streich erhielt zu seinem 70. Geburtstag im vergangenen Jahr die Ehrennadel des Landes Sachsen Anhalts. Foto: Imago

Joachim Streich gehört zu den besten Ost-Fußballern aller Zeiten. Die Rekorde des ehemaligen Stürmers werden für immer Bestand haben, doch aktuell kämpft er einen anderen Kampf. Der 70 Jahre alte frühere Spieler von Hansa Rostock und dem 1. FC Magdeburg leidet an Blutarmut. Hoffnung gab es vor drei Wochen, doch der Termin für die so wichtige Stammzelltransplantation musste er wegen einer Lungenentzündung kurzfristig absagen. Jetzt wartet Streich auf einen neuen Termin.

„Alles war vorbereitet, ich war schon auf Station. Doch dann kam eine Lungenentzündung dazwischen. Ich musste wieder entlassen werden. Das waren sehr schlimme Tage für mich“, sagte Streich der Bild.

Arzt jubelte Joachim Streich einst zu

Die Ostfußball-Legende leidet am Myelodysplastischen Syndrom im fortgeschrittenen Stadium, das in eine Leukämie übergehen kann. Bisher wurde Streichs Blut durch Transfusionen in Magdeburg erneuert, doch ein Arzt riet Streich zu einer effektiveren Behandlung. „Er hat mir verraten, dass er früher als Fan auf der Tribüne saß, als ich noch aktiv war. Ich habe mich da sofort gut aufgehoben gefühlt“, sagte Streich, der in seiner Nationalmannschaftskarriere in 102 Länderspielen 55 Tore bejubeln durfte.

Streich, zweimaliger DDR-Fußballer des Jahres (1979, 1983), gehörte seinerzeit zu den weltbesten Stürmern. In 102 Auswahlspielen traf er 55 Mal, dazu schoss er in 378 Oberligapartien 229 Tore - alles Rekorde für die Ewigkeit.

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Ende November 2021 wurde Streich in die Hall of Fame des deutschen Fußballs aufgenommen. Gemeinsam mit Trainer-Legende Udo Lattek, WM-Rekord-Torschütze Miroslav Klose, der 1954er-WM-Held Horst Eckel sowie 1990er-Weltmeister Jürgen Kohler wurde Streich als neuestes Mitglied der Fußball-Ruhmeshalle des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund gewählt.

Streich hat seinen Kampfgeist nicht verloren

Seinen Kampfgeist hat der frühere Stürmer, der in 378 Oberligapartien für Hansa und Magdeburg 229 Tore erzielt hatte, behalten. „Ich habe die Diagnose schon länger. Und versuche positiv damit umzugehen. Abgesehen davon, dass ich mich oftmals schlapp fühle, gelingt mir das ganz gut.“

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Schon im Voraus bedankte sich Streich bei seinem Stammzellspender: „Ich weiß, dass ich niemals erfahren werde, wer er ist. Aber ich ziehe den Hut vor ihm. Danke!“

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