Barcelonas Lionel Messi (l.) bleibt blass im Vergleich zu seinem ewigen Rivalen Cristiano Ronaldo, der einen Doppelpack zum 3:0-Triumph von Juventus im Camp Nou beisteuerte.  Foto: dpa/AP/Joan Monfort

Die Goat-Debatte! Da ist sie wieder. Goat steht für „Greatest of all time“, den  größten aller Zeiten. Im Boxen war das Muhammad Ali. Im Fußball ist das seit Jahren eine Glaubensfrage. Juves Superstar Cristiano Ronaldo – im Hinspiel beim 0:2 in Turin nicht dabei – triumphierte zumindest im ewigen Duell mit Lionel Messi und schoss beim 3:0 (2:0) gegen das immer mehr kriselnde Barcelona zwei Tore und stellte den Argentinier damit deutlich in den Schatten. 

Hinterher war der bald 36-Jährige, der in der Kabine nach dem Schlusspfiff auf dem Sieger-Selfie wieder einmal seinen Adonis-Körper präsentierte, ganz Gentleman. „Für mich ist er derselbe wie immer“, nahm der Portugiese Messi in den Schutz. „Barca macht eine schwierige Zeit durch, aber es ist immer noch Barcelona.“ Und Messi bleibe eben Messi, einer der besten Spieler seiner Zunft, so die Botschaft von Ronaldo. Doch das war in den 90 Minuten zuvor kaum erkennbar – wie so oft in den letzten Wochen.

Die Social-Media-Abteilung der alten Dame hatte sichtlich Spaß und zahlte es ihren Kollegen in katalanischen Diensten kräftig heim. Die hatten nach dem Hinspiel kurz nach dem 2:0-Endergebnis frech via Twitter mitgeteilt: „Wir sind froh, dass ihr den Goat (Greatest of All Time) auf dem Platz gesehen habt.“ Sie spielten auf Lionel Messi an, der in Turin spät mit einem verwandelten Elfmeter das 2:0 geschossen hatte. CR7 hatte die Partie hingegen wegen eines positiven Coronatests verpasst. Nun die doppelte Revanche, denn durch das 3:0 hatte Juve sogar den direkten Vergleich gewonnen und sich den Gruppensieg gesichert.

CR7 als König des Camp Nou

Messi kann dem Spiel von Barca in dieser Saison urplötzlich nicht mehr so den Stempel aufdrücken wie in den 15 Jahren zuvor. Während der fast 36-jährige Ronaldo Juve mit einem Elfmeterdoppelpack (13., 52.) quasi im Alleingang zum kaum mehr für möglich gehaltenen Gruppensieg schoss, tauchte der knapp zweieinhalb Jahre jüngere Messi einmal mehr ab.

Genugtuung verspürt Ronaldo beim Vergleich der Superstars des vergangenen Jahrzehnts nicht. „Ich habe ihn nie als Gegner gesehen, ich habe mich immer gut mit ihm verstanden“, sagte der fünfmalige Weltfußballer: „Wir wissen, dass wir im Fußball gerne nach einer Rivalität für die Show suchen.“ Doch er habe zum sechsmaligen Weltfußballer ein „herzliches Verhältnis“, betonte Ronaldo.

Die Zeit des Argentiniers auf dem Fußball-Thron sei vorbei, so das knallharte Urteil vieler Medien. „Ronaldo entreißt Messi das Fußball-Zepter“, titelte Tuttosport. Die Corriere dello Sport sah „CR7“ als „König“ des Camp Nou. Und zwar nicht nur wegen seiner Treffer, sondern auch wegen seiner „Demut“, die er nach Abpfiff gegenüber Messi zeigte.