Ein Bild aus dem März vor dem Lockdown in Deutschland. FC-Trainer Markus Gisdol hält ohne Abstandsregel eine Rede an die Spieler. Foto: Imago Images

Die DFL und die 36 Klubs der Bundesliga und Zweiten Liga hoffen auf grünes Licht für die Fortsetzung der Saison. Mittwoch will das Corona-Kabinett um Bundeskanzlerin Angela Merkel darüber entscheiden. Die routinemäßigen Infektionstests, die der DFL-Hygieneplan für die Vereine vorsieht, hat ergeben: Zwei Profis und ein Betreuer des 1. FC Köln haben sich mit dem Virus angesteckt. Platzt deswegen etwa der Neustart der Saison?

Der Bundesligist aus der Domstadt geht davon überhaupt nicht aus. Denn die Tests wurden ja gerade gemacht, um Schutzvorkehrungen zu treffen. Die drei positiven Corona-Fälle im Verein wurden als „positives Signal“ für die Tragfähigkeit des Hygienekonzepts der DFL gewertet. FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle erklärte: „Das Ergebnis zeige, dass wir sehr zuversichtlich sein können, dass wir auf Basis dieses Konzepts in den Spielbetrieb gehen können.“

Die ganze Liga hofft 

Auch Mannschaftsarzt Paul Klein ging in die Offensive und betonte den engen Kontakt zum zuständigen Gesundheitsamt. Dieses habe  „kein erhöhtes Ansteckungsrisiko durch den Trainingsbetrieb“ erkannt. „Und deshalb ist auch keine kollektive Quarantäne angezeigt.“

Zur Erklärung: Die Bundesligisten trainieren seit drei Wochen in Kleingruppen zu acht oder zwölft ohne Kontakt zu den jeweils anderen Profis. Klein führt aus: „Die so genannte häusliche Absonderung ist nur für Personen der Kategorie 1 vorgesehen. Nicht wir, sondern das Gesundheitsamt bewertet, auf wen dies zutrifft. Und nach diesen eindeutigen Kriterien gehen wir davon aus, dass durch die Maßnahmen im Trainingsbetrieb in Gruppen kein Spieler eine Kontaktperson der Kategorie 1 zu einem anderen Spieler ist.“

Deshalb sind auch nur die drei betroffenen Personen in die 14-tägige Quarantäne gegangen. Nach dem trainingsfreien Wochenende werden die negativ Getesteten am Montag noch einmal gescannt. Zu Spielen und zum Training ist laut Konzept nur zugelassen, wer zweimal nacheinander negativ getestet wurde. Danach wird es laut Wehrle noch einmal eine enge Abstimmung mit dem Gesundheitsamt geben. Dabei gehe es auch um den geplanten Übergang vom Gruppen- zum Mannschaftstraining. Darauf hofft der FC wie der Rest der Liga.

SPD-Politiker wettert scharf

Einzel- oder Teamquarantäne? Das bleibt der Knackpunkt. Das ist der Streitpunkt, wenn es um ein Ja von den Politikern geht. Dürfen Bundesliga und Zweite Liga nur unter der Voraussetzung starten, wenn bei einem Corona Fall alle Spieler in zweiwöchige Quarantäne müssen, gibt es ein Chaos beim Spielplan mit möglichen Nachholpartien.

Als schärfster Kritiker einer Bundesliga-Fortsetzung gilt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Der twitterte: „Wahrscheinlich 2 Spieler, 1 Mitarbeiter infiziert. Rest trainiert weiter.“ Bis dahin alles okay. Doch dann schürt er populistisch Angst: „Wer mit Covid-19 trainiert, riskiert Schäden an Lunge, Herz und Nieren. Ich wundere mich, dass Spieler das mit sich machen lassen. Fußball soll Vorbild sein, nicht Brot und Spiele.“

Nur zur Aufklärung: Deswegen werden ja die Tests gemacht, damit kein Corona-Infizierter – und schon gar nicht ein Covid-19-Erkrankter – trainiert.  DFL-Task-Force-Chef Tim Meyer erklärte: „Wir sind überzeugt, dass wir den Spielern mit unserem Konzept die Ausübung ihres Berufs unter bestmöglichem Infektionsschutz ermöglichen können.“ Davon müssen aber auch am Mittwoch die Politiker überzeugt sein ...