Vor dem Spiel gaben sie sich noch die Hand, danach nie wieder: Diego Maradona und Peter Shilton. Foto: imago images/WEREK

Glückwunsch an den Kollegen von der „Daily Mail“, der ausgerechnet Peter Shilton als Nachrufschreiber für den verstorbenen Diego Maradona ausgewählt hat. Denn die englische Torhüterlegende, die auch im WM-Spiel 1986 zwischen den Pfosten stand, als Maradona den Ball mit der legendären „Hand Gottes“ ins Tor bugsierte, offenbarte einen so tief sitzenden Frust über dieses freilich irreguläre Tor von vor 34 Jahren, dass sie sich nicht zu schade war, auch in besagtem Nachruf Kritik am vielleicht besten Fußballspieler der Geschichte zu äußern.

Statt also die Leistungen des Argentiniers zu ehren, schwadroniert Shilton von sich und seiner Enttäuschung darüber, dass sich Maradona nie bei ihm entschuldigt habe. Als ob es beim Tod des Mittelfeldspielers, der weltweit Abertausende Menschen zu Tränen rührte, in irgendeiner Form um Peter Shilton ginge.

So ist die Kritik Shiltons, vor allem zu diesem Zeitpunkt, pietät- und ganz besonders respektlos. Wenn dem englischen Torhüter der Sportsgeist offenkundig so wichtig ist, hätte er besser geschwiegen – oder Maradona in aller Öffentlichkeit vergeben. So findet keiner seinen Frieden.