Moment der Entscheidung: Zum zweiten Mal an diesem Abend liegt der Ball im Tor des BVB. Foto: Imago

Lange haben sie an der Sensation geschnuppert. Mehr als nur geträumt haben sie davon nach ihrer schnellen Führung. Im Schwitzkasten hat die Borussia im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League die Überflieger von Manchester City erst einmal. Am Ende aber ist beim 1:2 (1:0) ein Belling-Hammer zu wenig für den ganz großen Coup und die Hand von Can beendet alle Träume.

Was hätte diese Partie nur für Geschichten schreiben können. Vor allem erst einmal die, dass der BVB nach dem Scheitern der Bayern 24 Stunden zuvor als einziges deutsches Team in Europas Königsklasse bleibt. Außerdem die, dass ausgerechnet ein Engländer, der 17-jährige Jude Bellingham, Englands Tabellenführer aus dem Wettbewerb kippt. Dann leider aber auch die, dass Emre Can, wenn auch ganz unglücklich, einen Handelfmeter verursacht, der den Dortmundern den Zahn zieht.

Die Führung kam zu früh

Es hätte die bislang größte Woche für BVB-Talent Bellingham werden können. Erst darf das blutjunge Mittelfeld-Ass am Wochenende beim 3:2 in Stuttgart sein erstes Tor in der Bundesliga feiern, nun haut der hochtalentierte Kerl ein Pfund in den rechten oberen Winkel des City-Kastens, dass es Torhüter Ederson die Hand wegreißt. Dieses 1:0 (15.) ist ganz nach dem Geschmack der Dortmunder. Mancher aber sagt auch: Diese Führung kommt zu früh, sie lässt den Engländern alle Zeit dieser Welt, auf diesen Schock zu reagieren …

Geschockt sind die Gäste kein bisschen. Fortan zirkuliert der Ball gefühlt nur noch in ihren Reihen. Über Ilkay Gündogan und noch mehr über Kevin de Bruyne bläst City zum Angriff. Ein regelrechter Sturm tobt vor dem BVB-Strafraum und oft sogar unmittelbar vor dem Kasten von Marvin Hitz. Erst einmal rettet die Latte gegen de Bruyne, der sofortige Kopfball von Bernardo Silva verfehlt das leere Tor (25.), Mateu Morey hat die Fußspitze gegen Phil Foden dran (26.), Hitz und Bellingham (!) verhindern gegen Riyad Mahrez den Einschlag (32.), dann wieder ist Hitz gegen den Kopfball von Oleksandr Zinchenko auf der Hut (38.).

Der BVB wackelt, hält sich aber auf zittrigen Beinen. Bis Emre Can ein Blackout unterläuft. Zwar köpft sich der Defensivmann beim Abwehrversuch den Ball selbst an den Unterarm, doch der spanische Schiri Carlos del Cerro Grande bleibt bei der Entscheidung – Elfmeter! Mahrez knallt den Ball mit ganz viel Schmackes rein. Das 1:1 (55.) trifft den BVB ins Mark. Da geht kaum noch was bei Erling Haaland und Co., und City bleibt dran, drängt und schlägt noch einmal zu. Noch hält Hitz gegen de Bruyne das Wunder ein klein wenig am Leben (74.), Sekunden später aber ist mit dem 1:2 durch einen Knaller von Phil Foden alles vorbei.