Niko Kovac Foto: Tobias Hase/dpa

Niko Kovac hat seinen Akku wieder aufgeladen. Nach seinem Aus beim FC Bayern München im November konnte er endlich wieder ausgelassen Skifahren. Fast zwei Wochen habe er im Winter auf den Brettern verbracht, erzählte Kovac bei „Talk im Hangar-7“ auf Servus TV. „Das habe ich in 13 Jahren nicht zusammenbekommen.“ Er habe Zeit gebraucht, „um runter zu kommen. Die drei Monate haben mir sehr gut getan“, berichtete Kovac am Montagabend weiter. 

Die Erholungsphase des 48-Jährigen soll aber ein Ende haben. 113 Tage nach seiner Freistellung beim deutschen Fußball-Rekordmeister verkündete Kovac seine Comebackpläne. Er habe wieder „die nötige Spannung, die Freude, den Willen, unbedingt wieder etwas machen zu wollen“, sagte der frühere kroatische Nationaltrainer bei der Sendung in Salzburg. „Ich gehe auch davon aus, dass es im Sommer wieder etwas werden wird.“ Kovac bereitet sich „gezielt darauf vor“. 

Es gehört zum Reflex der Branche, dass der Name eines ehemaligen Bayern-Trainers auch immer wieder mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht wird. Das ist bei Kovac nicht anders. Wenige Wochen nach seinem vorzeitigen Ende an der Isar wurde er schon in der Premier League gehandelt, unter anderem beim FC Arsenal. Noch vor dem Intermezzo von Jürgen Klinsmann als Hertha-Coach hätten die Berliner ihn gerne in seine Heimatstadt geholt. Kovac winkte ab - trotz Vergangenheit als Profi in der Hauptstadt.

Strahlkraft des künftigen Vereins scheint wichtig

„Ich weiß auch, dass es nach dem FC Bayern kaum Größeres gibt“, räumte der mit seiner Familie in Salzburg lebende frühere defensive Mittelfeldspieler ein. Ein Nationalteam habe er als Kroatien-Coach bei der WM 2014 schon hinter sich, das komme für ihn nicht mehr zwingend infrage. „Das tägliche Arbeiten macht sehr viel mehr Spaß“, stellte er klar. „Ich bin auf jeden Fall bereit dorthin zu gehen, wo ich mich wertgeschätzt fühle, wo ich das Gefühl habe, dass etwas entstehen kann.“ Die eigene Empfindung ist Kovac wichtig, die Strahlkraft des künftigen Vereins sicher auch. 

Sein Auftritt in der TV-Show hatte Stil. So präsentierte er sich auch als Bayern-Coach - nicht zuletzt bei seinem Abschied. Persönlich sagte er Anfang November „Servus“ zu seiner Mannschaft. „Niko hat sich stilvoll verabschiedet. Viele mussten schlucken“, berichtete damals Hansi Flick, der sich von einer Interimsvariante mittlerweile zu einer Vielleicht-Dauerlösung entwickelt hat. 

Die Münchner hatten Kovac nach dem DFB-Pokalsieg mit Eintracht Frankfurt 2018 geholt. In seiner ersten Saison beim FC Bayern holte er das Double, erlebte in der Folge aber wiederholt Enttäuschungen. Ein 1:5 gegen Frankfurt bedeutete das Ende der ursprünglich bis zum Sommer 2021 datierten Zusammenarbeit. „Diese nicht ganz eineinhalb Jahre in München waren sehr lehrreich für mich, auch sehr erfolgreich“, berichtete Kovac. „Ich bin froh, dass ich diese Chance bekommen habe, denn dort wollen alle hin, aber leider schaffen es nur wenige.“ Die Erfahrung, die er dort sammeln durfte, werde er „in Zukunft sicher auch nutzen können.“ Martin Moravec/dpa