Ein langersehntes Bild: Niklas Süle am Ball. dpa

286 Tage nach dem zweiten Kreuzbandriss seiner Karriere ist Niklas Süle wieder zurück. Das 1:0 im Vorbereitungskick gegen Olympique Marseille war erstmal nur ein Testspiel, doch schon bald könnten in der Champions League die ersten Pflichtspielminuten folgen.

„Wenn ich gebraucht werde, bin ich da“, versprach der 24-Jährige nach langer Schufterei auf dem Weg zum Comeback. „Es war für mich eine nicht ganz so einfache Zeit, es hat dann doch ein wenig länger gedauert als ich gedacht habe. Ich bin unheimlich froh, mit meinen Kollegen wieder auf dem Platz zu stehen“, sagte Süle, ehe er sich beim Training am Samstag, trotz hochsommerlicher Temperaturen in einem Shirt mit langen Ärmeln, mit Kumpel und FCB-Neuzugang Leroy Sané die Bälle zuspielte.

Sané und die anderen Neuzugänge waren am Freitagnachmittag nur Zuschauer, als Süle eine halbe Stunde für Stammkraft Jérôme Boateng in der Innenverteidigung ran durfte. Es sah alles ordentlich aus, nachhaltig bewerten konnte man diesen Einsatz aber noch nicht. „Für uns stellt Niklas nun auch eine weitere Option dar“, blieb Trainer Hansi Flick eher verhalten, betonte aber: „Wir freuen uns alle, dass er wieder auf dem Platz steht. Er hat hart gearbeitet, dass er wieder dabei sein konnte und von daher ist es heute für ihn und uns ein schöner Tag.“

Bundestrainer Joachim Löw dürfte sich auch freuen, dass der 24-malige Auswahlspieler den Wettkampf-Rhythmus aufnimmt. Anfang September, wenn die Nationalelf wieder startet, könnte Süle wie auch Sané im DFB-Kreis weitere Spielpraxis sammeln. Spanien am 3. September in Stuttgart und die Schweiz vier Tage später in Basel sind die Gegner für die deutsche Mannschaft in der Nations League.

Erst einmal steht aber die Entscheidung in der Champions League an. Für die Teilnahme quälte sich Süle sogar mit Extraschichten in den Ferienwochen der Kollegen. „Ich habe für dieses Turnier unheimlich viel investiert“, sagte er. Vom 12. bis 23. August wird in Lissabon um den Königsklassen-Titel gekämpft. Die Bayern haben nach einem 3:0 im Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Chelsea beste Chancen, den Einzug am kommenden Samstag zu Hause perfekt zu machen.

Läuft alles wie geplant, könnte Süle dann als Joker weitere Einsatzzeit sammeln. „Ich fühle mich sehr, sehr gut vom Fitnesslevel“, sagte der Abwehrhüne.