Bundestrainer Hansi Flick (M.) lässt beim Abschlusstraining nicht nur mit dem Ball üben, er erklärt seinen Spielern auch ganz viel. Foto: Imago/Marc Schüler

Acht Spiele, acht Siege, 33:2 Tore! Die Bilanz von Hansi Flick (57) als Bundestrainer könnte nicht besser sein. Der Haken daran: Bisher waren die Gegner maximal zweitklassig. Am Dienstag in Amsterdam gegen Holland (20.45 Uhr, ARD) gibt es den ersten echten Härtetest. Steht danach die Neun, wird sich nicht nur Hansi freu’n.

Auch ohne den arg reduzierten Bayern-Block – Leon Goretzka, Niklas Süle sind verletzt, Serge Gnabry reiste schon vorm 2:0 gegen Israel mit Grippesymptomen ab, und Joshua Kimmich ist weiter bei seinen hochschwangeren Frau – setzt Flick auf Sieg: „Ich habe der Mannschaft gesagt, ich möchte das Spiel gewinnen. Weil jeder Sieg, den wir einfahren, gibt uns noch mehr Vertrauen in die eigene Stärke. Und das ist das, was wir brauchen.“

Hansi Flick setzt auf „zentrale Achse“

Dass das heute nicht ganz einfach wird, hat der Bundestrainer auf dem Schirm: „Es ist für uns ein Gradmesser. Holland hat eine Mannschaft, die sehr gut Fußball spielen kann, die Topspieler in ihren Reihen hat, ob in der Defensive, im Mittelfeld oder im Sturm.“ Sein Matchplan steht: „Wir wollen den Gegner zu Fehlern zwingen und unser eigenes Spiel aufziehen.“ Na dann ...

Für Erfolg setzt Flick vor allem auf Kapitän Manuel Neuer, der ins Tor zurückkehrt, Antonio Rüdiger, der für Süle diesmal den Abwehrchef geben soll, und natürlich auf Leitwolf Thomas Müller: „Das ist eine zentrale Achse.“

Streicheleinheit für Antonio Rüdiger

Bei Neuer und Müller weiß Hansi, was er hat. Rüdiger, der sein 50. Länderspiel absolviert, bekommt für die neue Rolle noch eine Extra-Streicheleinheit mit auf den Weg. Flick: „Ich bin total happy, dass wir so einen Spieler in unseren Reihen haben. Er will immer den Sieg.“

Im Mittelfeld soll Jamal Musiala – wie in der zweiten Hälfte gegen Israel und auch schon ab und an in München – neben Ilkay Gündogan die Fäden ziehen, weil Bayern-Kollege Kimmich nun doch nicht wie erhofft nachkommt.

Machtwort des Chefs an Joshua Kimmich

Die Geburt des dritten Kindes zieht sich hin. Flick: „Er hat bei mir angerufen und gesagt, dass alles noch sehr ruhig ist.“

Also sprach der Chef ein Machtwort. Flick: „Ich habe zum Jo gesagt, dass er zu Hause bleiben soll. Es ist in dem Moment die richtige Entscheidung, zu sagen, das bringt jetzt alles nichts.“

Flanken, Grätschen, Antreiben spielen jetzt die zweite Geige. Flicks Rat an Kimmich vielmehr: „Konzentriere dich jetzt auf deine Frau.“

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