Manuel Neuer möchte gern weiter für den FC Bayern Bälle halten. Foto: dpa

München - Trainer Hansi Flick (55) bleibt bis 2023, Fan-Liebling Thomas Müller (30) verlängerte auch bis dahin. Nur beim Vertrag mit Manuel Neuer (34) tut sich der FC Bayern (noch) schwer. Nach allerlei Spekulationen äußert sich den Torhüter nun erstmals selbst zum Thema.

Fünf-Jahres-Vertrag, 20 Mio. Euro Gehalt per anno – Neuers angebliche Forderungen lassen ihn wie einen Raffke dastehen. In Corona-Zeiten, die alle Welt zum umsichtigen Haushalten zwingt, erst recht. Der Bayern- und DFB-Kapitän sagt: „Es ist doch utopisch, den Verein auf einen Fünf-Jahres-Vertrag festzunageln. Mit 34 kann ich ja nicht absehen, wie es mir mit 39 geht. Diese Endgültigkeit, die öffentlich suggeriert wurde, macht überhaupt keinen Sinn.“

Neuers Berater Thomas Kroth (60), der mit Bayern verhandelt, stellt klar: „Die Zahlen zu Laufzeit und Gehalt sind schlichtweg falsch.“

Neuer kritisiert Leck beim FC Bayern

Ja, aber was will der für viele weltbeste Keeper, der seit 2011 für den Rekordmeister spielt, denn nun? Neuer: „Die Verlängerung mit Hansi Flick war für mich das Signal, dass ich bleiben will. Ich möchte einen Vertrag, mit dem alle glücklich sind. Ich will meine Leistung bringen, für das Team da sein und alles dafür geben, dass wir maximalen Erfolg haben. Mit 100 Prozent Leidenschaft.“

Dafür müssen aber die Voraussetzungen stimmen, darum geht es gerade. Und für Neuer vor allem um: Wertschätzung. Berater Kroth: „Das Gehalt ist ja nicht auf eine Zahl zu reduzieren, das ist deutlich komplexer. Es gibt verschiedene Modelle, bei denen Laufzeiten und Gehalt flexibel sind, die Corona-Krise berücksichtigt ist.“ Und, ganz wichtig: „Manu macht auch viele Dinge rund um die Mannschaft, die ihr guttun. Sein Wert ist den Entscheidungsträgern bekannt.“

Doch mit denen hat Neuer gerade ein Problem: „Von allen Gesprächen, die ich bisher hier hatte, drang nie etwas nach außen. Mir war immer wichtig, mit den Mitarbeitern in Führungspositionen vertrauensvoll zusammenarbeiten zu können. So loyal, wie ich mich auch dem Verein gegenüber verhalte. Wenn jetzt Sachen offenbar gezielt nach außen getragen werden, ist das auch etwas, das den Bereich Wertschätzung betrifft.“