Julian Nagelsmann (r.) zog im Duell mit Liverpools Jürgen Klopp den Kürzeren. Leipzig droht der K. o. in der Königsklasse. Foto: dpa/Marton Monus

Nanu, was sind denn das für Töne? Nach der herben Pleite im Achtelfinalhinspiel gegen Liverpool zeigte sich Julian Nagelsmann bissig. Bissiger als sein Team in den 90 Minuten in Budapest zuvor. „Am Ende hat der Gewinner recht und sicherlich nicht ich“, sagte der RB-Leipzig-Coach trotzig in Richtung seines Liverpooler Kollegen. Jürgen Klopp schwärmte nach dem 2:0, sein Team habe „auf alles eine Antwort und die meiste Zeit die Kontrolle über das Spiel“ gehabt. Sah Nagelsmann anders: „Wir waren ganz bestimmt nicht schlechter und schon gar nicht zwei Tore.“

Eine Ansicht, die der 33-Jährige ziemlich exklusiv hat. Natürlich halfen Leipzigs fürchterliche Abwehrfehler dem englischen Meister zu den Toren durch Mohamed Salah und Sadio Mané. Allerdings geriet die Klopp-Elf defensiv selten in Verlegenheit, weil RB mit seinen Chancen wucherte. „Am Ende müssen wir mit mehr Konsequenz die Chancen nutzen. Wir hatten die nötige Anzahl an Chancen“, sagte Nagelsmann und betonte: „Unsere Ausgangsposition für das Rückspiel ist nicht leichter, aber auch nicht unmöglich.“

Rückspiel wieder in Budapest? 

Vielleicht muss er das berufsbedingt so sagen. Doch nicht nur Experten sehen darin eher das berühmte Pfeifen im Walde. Selbst wenn das Rückspiel nicht an der gefürchteten Anfield Road über die Bühne gehen sollte.

Das scheint derzeit die größte Frage. Wo findet das Rückspiel (10. März) überhaupt statt? Aufgrund der Corona-Beschränkungen bat die Uefa den FC Liverpool bereits, eine Alternative zur Anfield Road zu suchen. „Es würde mich nicht wundern, wenn wir noch mal nach Budapest kommen“, so Klopp. 

Im Rückspiel muss RB auf einem Fehlerniveau sein, das gegen null tendiert. Sonst wird das nichts mit dem Wunder! Denn die Patzer gegen Liverpool waren nicht die ersten in der Königsklasse. Mut macht das alles nicht!