Bayerns Trainer Julian Nagelsmann und Schiedsrichter Christian Dingert zählen die Spieler durch. Foto: Imago Images

Ein Urteil, das genau so erwartet werden musste. Der FC Bayern behält seinen 4:1 beim SC Freiburg, obwohl für einige Sekunden zwölf Münchner Profis auf dem Platz waren. So entschied Freitag das DFB-Sportgericht, nachdem der SC Freiburg Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt hatte. Begründung: Nicht die Bayern waren schuld, sondern Schiedsrichter Christian Dingert.

Nach Ansicht des Sportgerichts, war den Münchnern „der schuldhafte Einsatz eines nicht einsatzberechtigten Spielers“ nicht anzulasten. Damit liege kein Grund für eine Aberkennung des Sieges vor. Vielmehr sei ein gravierendes Fehlverhalten von Schiedsrichter Christian Dingert und seinem Team Ursache des Wechselfehlers.

Die Bayern hatten bei der Partie am vergangenen Samstag für wenige Sekunden zwölf Spieler auf dem Feld, ehe der Referee die Begegnung beim Stand von 1:3 aus Freiburger Sicht unterbrach. Zuvor war bei der geplanten Auswechslung von Kingsley Coman die falsche Rückennummer durch Münchens Teammanagerin angezeigt worden. Der Franzose fühlte sich wohl nicht angesprochen und ging bei einem Doppelwechsel zunächst nicht vom Platz. In dieser Phase kam es jedoch zu keinen spielentscheidenden Szenen.

„In mehrfacher Hinsicht schuldhaft“

Die Beteiligung der Bayern an dem Wechsel-Chaos reiche „auch unter Gesichtspunkten der Verhältnismäßigkeit nicht aus, um die gravierende Rechtsfolge einer Spielumwertung zu rechtfertigen“, sagte Stephan Oberholz, der Vorsitzende des Sportgerichts.

Das Schiedsrichter-Team sei seinen Pflichten „in mehrfacher Hinsicht schuldhaft nicht nachgekommen“, fügte Oberholz hinzu. Der vorliegende Fall sei auch nicht vergleichbar mit dem Wechselfehler des VfL Wolfsburg, der im DFB-Pokal bei Preußen Münster unerlaubt einen sechsten Auswechselspieler in die Partie gebracht hatte. Dem VfL war danach der Sieg aberkannt worden.

In der Tabelle liegen die Bayern somit nun weiter neun Punkte vor Verfolger Borussia Dortmund an der Spitze. Freiburg belegt den zur Teilnahme an der Europa League berechtigenden Rang fünf – mit drei Punkten Rückstand auf RB Leipzig auf Champions-League-Platz vier und mit einem Zähler Vorsprung auf die sechstplatzierte TSG 1899 Hoffenheim. Die Breisgauer können gegen das Urteil binnen eines Werktags Einspruch einlegen.

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