So will es die Politik und die DFL. Wie die Ersatzspieler des 1. FC Union sollen auch die Fans diszipliniert und mit Abstand im Stadion sitzen. Foto: imago images

Der 1. FC Union träumte vor zwei Wochen noch von einem vollem Haus, die DFL setzte ein Stoppschild, gab ihren vorläufigen Leitfaden für die Klubs heraus, wie eine schrittweise Zulassung von Fans in Stadien mit einem Hygienekonzept wegen Corona möglich sein kann. Und das Bundesgesundheitsministerium stellte gleichzeitig zwei Bedingungen: Keine Stehplätze, kein Alkohol!

Davon stand zunächst nichts in dem Leitfaden. Die DFL hat aufgrund des Drucks der Politik nachjustiert und sagt jetzt auch: Stehplätze und Promillegetränke gestrichen. Eine Kurvenparty ist damit endgültig vom Tisch. Das wird viele Hardcore-Fans nicht freuen.

Für den 1. FC Union bedeutet es schlichtweg eine Katastrophe. In der Alten Försterei würde die gesamte Waldseite leer bleiben – oder es müsste ein Einbau von Sitzplätzen im Abstand von 1,5 Metern vorgenommen werden. Union kann mit ganz viel gutem Willen der Gesundheitsbehörden vielleicht 3500 Zuschauer in die 22.000-Mann-Arena lassen.

Dienstag sollen die 36 Profiklubs über das überarbeitete DFL-Konzept entscheiden. Es wird Kontroversen geben zwischen den Vereinen mit kleinen und denen mit großen Stadien. Es ist aber nach den Geisterspielen eher eine Geisterdiskussion.

Die kleineren Klubs können sich der Unterstützung von Fan-Initiativen sicher sein. So sagt zum Beispiel Sig Zelt von Pro Fans: „Was mich unterschwellig stört, ist, dass die Fans als Risikofaktor gesehen werden, die sich nicht benehmen können.“ Das kann ja stören. Aber Risikofaktor ist momentan jeder Mensch.

Viel Spielraum für Kompromisse gibt es nicht. Denn die Politik hat das vorletzte Wort. Das wirklich allerletzte Wort, hat die Pandemie selbst. Gibt es eine zweite Welle? Wenn ja, werden alle Pläne sowieso über den Haufen geworfen.