Dynamos Mittelfeldspieler Philip Schulz hat sich den Corona-Virus eingefangen.  Foto: Patrick Skrzipek

Berlin - Eigentlich war es ja nur eine Frage der Zeit, jetzt hat auch der BFC Dynamo seinen ersten Corona-Fall. Mittelfeldspieler Philip Schulz hat sich den Virus eingefangen.

Ein erster Test, vor zwei Wochen, war noch negativ. Doch aufgrund von leichten krankheitsbedingten Symptomen wurde eine häusliche Quarantäne nahegelegt. Ein erneuter Test ergab nun einen positiven Befund. Aufgrund des ruhenden Spiel- und Trainingsbetrieb hatte der 27-Jährige aber seit nahezu zwei Wochen keinen Kontakt zu seinen Mitspielern.

Nicht die einzige Baustelle. Bei Dynamo greift man derweil auch zum Rettungsschirm Kurzarbeit. Im Kampf ums finanzielle Überleben sind ja gerade kleinere Klubs arg gebeutelt. Der Spielbetrieb der Regionalliga Nordost ruht vorerst bis zum 19. April 2020, ob es dann jedoch zeitnah weitergehen kann, steht noch in den Sternen. Ein Ende der finanziellen Durststrecke ist also nicht in Sicht.

Kurzarbeit hilft kleinen Vereinen

Kurzarbeit ist ein sehr gutes Instrument“, sagte der renommierte Arbeitsrechtler Johan-Michel Menke. Bei Profi-Fußballern dürfte es „wegen der Beitragsbemessungsgrenze von 6900 Euro in West- und 6450 Euro in Ostdeutschland aber wohl nur unterhalb der 1. und 2. Bundesliga Anwendung finden“, sagte der Jurist, angesichts der Millionengehälter sei das „eher ein Tropfen auf dem heißen Stein“. Kurzarbeit betrifft aber nicht nur die Spieler, „sondern auch andere Mitarbeiter“, sagte Menke.

Damit sie wegen der Corona-Krise nicht gleich Mitarbeiter entlassen müssen, springt die Bundesagentur für Arbeit ein. Sie zahlt rund 60 Prozent des ausgefallenen Lohn – bei Arbeitnehmern mit einem Kind im Haushalt sind es 67 Prozent.

Dynamo ist da also in guter Gesellschaft. Handball-Bundesligist SC Magdeburg hat beispielsweise die Papiere dafür auch schon die Post gegeben. Noch krasser dagegen ein Fall aus der Schweiz. Der Erstligist FC Sion hat laut Medienberichten mehreren Spielern wegen der finanziellen Folgen der Coronavirus-Krise fristlos gekündigt, weil die sich nicht auf das Thema Kurzarbeit einlassen wollte.

Immer noch besser als Totaleinbußen bei Kündigung. Aber auch kein Instrument auf Dauer, um die Klubs am Leben zu halten.