Viele Tränen, wenig Klarheit: Lionel Messi auf der Pressekonferenz in Barcelona. AFP/Pau Barrena

High Noon in Barcelona. Aber anders als in guten alten Western kam es nicht zum erwarteten Showdown. Lionel Messi hielt sich bedeckt, was seine Zukunft angeht. Die mit großer Spannung erwartete Pressekonferenz des Argentiniers produzierte vor allem heiße Luft, aber wenig Konkretes.

So verkündete der 34-Jährige nicht den von vielen Medien als sicher geglaubten Wechsel nach Paris. „Wir sprechen über viele Dinge. Bisher habe ich nichts vereinbart. Viele Klubs sind interessiert. Aber wir sprechen selbstverständlich miteinander“, sagte der sechsmalige Weltfußballer in Barcelona.

Messi unter Tränen

Aha. Aufschlussreich. Reden ist ja immer sehr hilfreich. Doch wie sagt der Volksmund: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Dafür hätte es einer Pressekonferenz nicht bedurft.

Hochemotional war das Ganze trotzdem. Messi im feinen Zwirn unter einem überdimensionalen Logo des FC Barcelona. Pathos schwebte im Raum. Und schon vor dem Beginn seiner Abschiedsrede flossen Tränen. „In den vergangenen Tagen habe ich viel nachgedacht, was ich eigentlich sagen kann. Die Wahrheit ist: Mir fällt einfach nichts ein“, so Messi mit schwerer Stimme, den das Aus in Barcelona nach 21 Jahren bei den Katalanen doch schwer mitgenommen hatte.

PSG und das Financial Fairplay

Nach wie vor steht die Frage im Raum, wer sich Messi überhaupt leisten kann in einer Zeit der Mindereinnahmen durch Corona. Sollte Scheich-Klub PSG dennoch das Rennen um Messi machen, stehen zwei Dinge fest: Erstens wird das Financial Fairplay endgültig mit Füßen getreten. Und zweitens wird jeder in Fußball-Europa darauf hoffen, dass die Franzosen dabei scheitern, die Champions League zu gewinnen.

Die Eimer mit Spott und Häme sind schon zum Überlaufen gefüllt, wenn auch dieser Versuch der Pariser misslingt, nachdem sie gefühlt schon die ganze Weltauswahl zusammen haben mit Kylian Mbappe, Neymar, Angel di Maria und neuerdings den italienischen EM-Keeper und Europameister Gianluigi Donnarumma, Sergio Ramos sowie Georginio Wijnaldum.

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