Manuel Gräfe ist wegen der Altersgrenze für Bundesligaschiedsrichter gegen den DFB vor Gericht gezogen.
Manuel Gräfe ist wegen der Altersgrenze für Bundesligaschiedsrichter gegen den DFB vor Gericht gezogen. dpa/Boris Roessler

Sieg vor Gericht: Der ehemalige Berliner Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe erhält im Rechtsstreit mit dem Deutschen Fußball-Bund eine Entschädigung in Höhe von 48.500 Euro aufgrund einer Altersdiskriminierung. Gräfe hatte geklagt, nachdem er seine Bundesliga-Karriere nach 289 Einsätzen wegen der Altersbeschränkung des DFB hatte beenden müssen. Eine Rückkehr in die großen Stadien bedeutet das Urteil für Gräfe allerdings nicht.

Der Präsident des Landgerichts Frankfurt/Main, Wilhelm Wolf, hatte Gräfe die Entschädigung zugesprochen. Das Urteil bedeutet jedoch nicht, dass Gräfe einen Anspruch darauf habe, wieder auf die Liste der Bundesliga-Referees zu kommen. Dieser Feststellungsantrag sei zu Unrecht gestellt worden, teilte das Gericht mit. Im Kern ging es bei dem Prozess um die vom DFB praktizierte Altersbegrenzung von 47 Jahren für Unparteiische der 1. und 2. Bundesliga.

Manuel Gräfe musste seine Bundesliga-Karriere gegen seinen Willen beenden

Gräfe hatte im vergangenen Jahr seine Bundesliga-Karriere nach 289 Einsätzen wegen der Altersbeschränkung beenden müssen. Er hatte den Verband, den er in den vergangenen Monaten mehrfach öffentlich kritisierte, auf Schadenersatz in Höhe von 190.000 Euro verklagt. Das vorrangige Ziel der Klage sei jedoch, dass „ich gerne verifiziert haben möchte, dass das Alter der Weg war, um mich loszuwerden“, hatte Gräfe während der Verhandlung am 16. November betont.

Der DFB bestreitet dies. Nach Ansicht des Gerichts habe der Unparteiische keinen Leistungsnachweis bringen könne, weshalb er noch auf die Schiedsrichterliste gehöre.

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Einen Tag vor dem Gerichtsurteil hat der frühere WM-Unparteiische Felix Brych aus München angekündigt, er wolle noch mit 48 über diesen Sommer hinaus in der Bundesliga pfeifen. Die Altersgrenze ist nicht in den DFB-Statuten festgeschrieben, aber gängige Praxis seit vielen Jahren. DFB-Schiedsrichterchef Fröhlich brachte kürzlich eine Aufweichung ins Gespräch. Die 47 Jahre sollen nur noch ein Orientierungspunkt sein.