Thiago (l.) könnte heute im Pokal-Finale das letzte Mal für Bayern auflaufen  - und somit den Weg frei für Kai Havertz nach München machen.  Foto: Imago Images 

Die Spatzen pfeifen es vor dem heutigen DFB-Pokalfinale zwischen Bayern München und Bayer Leverkusen (20.00 Uhr, ARD)  von den Dächern. Bayerns Mittelfeld-Ass Thiago zieht es wohl nach sieben Jahren an der Säbener Straße weg. Dafür könnte Leverkusens Jahrhundert Kai Havertz (21) zum Rekordmeister von der Isar wechseln. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge eröffnet den Poker - und winkt erstmal ab. 

„Ich sage es ganz klar: Ein Transfer von Havertz wird uns finanziell in diesem Jahr nicht möglich sein“, sagte Bayern-Vorstandschef. „Auch wir haben finanziell eine ganz große Herausforderung vor uns. Wir würden es, auch wenn wir den Spieler mögen, finanziell in diesem Jahr nicht heben können“, versicherte Rummenigge. 

Offensivspieler Havertz gilt seit längerer Zeit als Kandidat bei den Münchnern und auch ausländischen Top-Klubs. Dass der 21-Jährige in diesem Sommer nach München geholt wird, ist angesichts der Ausgaben für Neuzugang Leroy Sané (50 Millionen Euro Ablöse, 5-Jahresvertrag mit 20 Millionen-Gehalt/Jahr) in herausfordernden Corona-Zeiten und einer auf 100 Millionen Euro taxierten Ablöse aber nicht wahrscheinlich.

Dabei könnte Bayerns Thiago den Weg für Havertz zum FCB freimachen. Sollte der Edeltechniker, dessen Vertrag 2021 ausläuft, tatsächlich den Wunsch hegen zu Trainer Jürgen Klopp und dem FC Liverpool zu wechseln, dürfte ein Verkauf den Bayern viel Geld einbringen. Unter 60 Millionen Euro soll der 29-jährige Spanier nicht zu haben sein. 

„Mit Liverpool haben wir noch nie Kontakt gehabt. Wenn er das machen will, müssen wir uns damit beschäftigen“, sagte Rummenigge vor dem Cup-Finale. Er stellte aber auch klar: „Wir wollen keinen Spieler im nächsten Jahr kostenlos verlieren. Das sage ich ganz deutlich.“

Für Bayer-Sportdirektor Rudi Völler gibt es in der Causa Havertz „nichts Konkretes, nichts zu vermelden“. Er persönlich hoffe, „dass er noch ein Jahr bleibt“. Aber: „Wir haben eine Vereinbarung: Wenn es passt, kann er auch diesen Sommer gehen“, sagte Völler. 

Fakt ist: Sollten die Bayern Thiago verkaufen, wäre genug Geld für eine Havertz-Verpflichtung da. Trotz Rummenigges Dementi.