Lukas Podolski zog aus 60 Metern einfach ab und traf.
Lukas Podolski zog aus 60 Metern einfach ab und traf. Imago/Patryk Pindral

Viele hielten es für einen PR-Gag, als Lukas Podolski wenige Wochen, nachdem er einen TV-Vertrag mit RTL unterschrieben hatte, noch einmal einen Kontrakt als Profi-Fußballer unterschrieb. Der Weltmeister 2014 schloss sich Gornik Zabrze an, dem polnischen Erstligisten, dem der kleine Lukas als Kind die Daumen drückte, und dem er während seiner aktiven Karriere mehrfach versprach, einst die Farben des Bergmanns (Gornik) zu tragen. Inzwischen kann man sagen: Es ist eine echte, kleine Erfolgsgeschichte.

Lukas Podolski: Große Erwartungen in Zabrze

Die ersten Wochen für Podolski in Zabrze waren schwer: Der Ex-Weltmeister kam mit großen Erwartungen bei seiner Jugendliebe an, die Form stimmte aber noch nicht, bald schon bremse eine Corona-Infektion den 130-maligen Nationalspieler aus. Doch der in Gleiwitz geborene Linksfuß biss sich durch und eroberte sich seinen Stammplatz. Neun Tore und vier Vorlagen standen am Ende der ersten Saison für Podolski zu Buche. Am Ende sprang Mittelfeldplatz neun heraus. 

Lukas Podolski wurde mit großen Erwartungen in Zabrze empfangen.
Lukas Podolski wurde mit großen Erwartungen in Zabrze empfangen. dpa/Andrzej Grygiel

Und auch dieses Jahr sieht es nicht so aus, als könnte Gornik an die Erfolge früherer Tage anknpüfen. 14 mal wurde der Verein aus Oberschlesien polnischer Meister, zuletzt allerdings im Jahr 1988. Aktuell steht der Verein, der seit Sommer vom deutsch-polnischen Trainer Bartosch Gaul trainiert wird, auf Platz zehn. Auf den dritten Platz, der zur Teilnahme am internationalen Geschäft ausreichen würde, fehlen Zabrze sechs Punkte, nur einen Punkt mehr beträgt der Puffer auf Abstiegsplatz 16. Dort steht mit Piast Gliwice ein anderer Klub aus der Bergbauregion, die durchaus als strukturschwach bezeichnet werden darf. 

Lukas Podolski ist in Zabrze weiter eine Attraktion

Angesichts dieser sportlichen Bedeutungslosigkeit sind die Fans von Gornik Zabdze froh, dass sie mit Weltmeister Podolski wenigstens eine echte Sensation im heimischen Ernst-Pohl-Stadion bei der Arbeit beobachten können. Im Heimspiel gegen Widzew Lodz steuerte der 37-Jährige ein Tor und eine Vorlage zum 3:0-Sieg bei. 

Die gleiche Ausbeute gelang ihm nun am Samstag auswärts bei Pogon Stettin. Der Treffer war dabei einer zum mit der Zunge schnalzen. Beim Stand von 3:1 für Zabrze eroberte Podolskis Mitspieler Robert Wojtuszek in der 73. Minute den Ball, gab ihn 15 Meter vor der Mittellinie zu Podolski und der zog nach kurzer Annahme einfach mit seinem starken, linken Fuß ab. Aus 60 Metern segelte der Ball über den weit vor dem Kasten stehenden Stettiner Keeper Bartosz Klebaniuk hinweg ins Tor. Mitspieler und Trainer schauten sich ungläubig an, Podolski ließ sich feiern.

Die Form des Weltmeisters von 2014 scheint zu Stimmen. Inklusive des Polnischen Pokals hat Podolski nun in den letzten vier Spielen vier Tore erzielt. Vielleicht kann Zabrze doch noch nach oben schielen. Die erfolgshungrigen Fans in der Bergbaustadt werden es sich wünschen – und bis dahin einfach auf weitere Schmankerl ihres Weltmeisters hoffen.

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