Bundestrainer Jogi Löw befürchtet eine enorme Überbelastung für seine Nationalspieler in dieser Saison. Foto: imago images/Ulmer

Die Sorge wächst: Werden die Nationalspieler kaputtgespielt, bevor die Saison richtig beginnt? Nach Deutschlands 1:1 gegen Spanien im ersten Nations-League-Spiel schlägt Bundestrainer Jogi Löw Alarm.

Es geht nicht nur um die Terminhatz, sondern auch um die von der Uefa reduzierte Zahl von Einwechselspielern (von fünf zurück auf drei). „Wir müssen aufpassen: Die Gesundheit der Spieler steht über allem. Einige sind richtig platt“, sagt Löw unmissverständlich. Am Sonntag muss das DFB-Team in der Schweiz (20. 45 Uhr, ZDF) schon wieder ran.

Kein Wunder, dass die Profis durchhängen. Sie stecken mit ihren Klubs in der Saisonvorbereitung. Die Corona-Pandemie hat den internationalen Terminplan völlig durcheinandergewirbelt. Die Spieler haben in dieser Saison mehr Partien in kürzerer Zeit. Muskelverletzungen in höherer Anzahl als sonst werden nicht ausbleiben.

Deswegen ist Löw auch sauer, dass er – wie seine Kollegen auch – bei Länderspielen wieder nur drei Spieler wechseln darf. In der Champions League waren noch fünf erlaubt. „Gerade jetzt hätte man es gebraucht, weil die Spieler jetzt das Mammutprogramm haben. Und es hätte Sinn gemacht, weil einige sind echt auf dem Zahnfleisch gelaufen“, macht Löw sein Unverständnis lautstark deutlich. Er steht damit nicht allein. Auch Spaniens Luis Enrique ließ seinem Unmut freien Lauf.

Bayerns Vorstandsboss Kalle Rummenigge schüttelt wegen der Uefa-Entscheidung mit dem Kopf: „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir vor einer Saison stehen, die so viel Stress wie nie zuvor für die Spieler bedeutet. Die Pause bis zum Auftakt ist kurz, es gibt viele englische Wochen und zum Abschluss steht die EM an.“

Löw kündigt schon mal an, dass er in der Schweiz in Sachen Aufstellung rotieren will. Das wird er  bis zur EM noch häufiger machen müssen. Es wird ein Kraftakt.