So jubelte Lewandowski  am 22. September 2015, als er fünfmal in nicht mal neun Minuten gegen Wolfsburg traf.




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Der Spielball des 5:1 der Bayern gegen den VfL Wolfsburg vor über fünf Jahren hat bei Robert Lewandowski bis heute einen Ehrenplatz im Haus. Alle fünf Tore schoss der Stürmer am Abend des 22. September 2015 in acht Minuten und 59 Sekunden. Mittwoch (20.30 Uhr) will der Pole wieder gegen die Wölfe treffen. Als Einstimmung auf die Wahl zum Weltfußballer des Jahres am Donnerstag.

Trainer Hansi Flick drückt dem polnischen Wunderstürmer ganz fest die Daumen: „Die Wahl des Weltfußballers ist sein großes Ziel, sein großer Traum. Ich denke, es gibt keinen, der es so sehr verdient hat in dieser Saison wie Robert. Es wäre natürlich schön, wenn er das eine oder andere Tor nachlegen kann gegen Wolfsburg.“

Müsste eigentlich klappen. Denn Wolfsburg ist Lewandowskis Liebling. 21-mal traf er gegen die Kicker aus der VW-Stadt. Gegen keinen Bundesliga-Klub schoss er mehr Tore. Natürlich ist das Konto so hoch, weil er 2015 gleich fünfmal traf, obwohl er eine Halbzeit auf der Bank schmorte.

Der Fünferpack brachte ihm vier Einträge ins Guinness-Buch der Rekorde. Drei Treffer in 3:22 Minuten, vier in 5:42 und fünf in 8:59 – von der 51. bis zur 60. Minute schaffte noch nie ein Fußballer. Der vierte Titel: Es gelang ihm als Joker!

„Das war ein historischer Abend für mich. Ich habe ein paar Tage, Wochen gebraucht, bis ich das realisiert habe“, erinnert sich der polnische Nationalstürmer immer wieder gerne. Weil es so ein unfassbarer Turbo-Fünferpack war, nahm er den Ball beim Schlusspfiff mit nach Hause.

Donnerstag könnte er die schönste Trophäe in sein Wohnzimmer stellen – Weltfußballer. Dieser silberne Ball auf einem konischen Becher. Denn die Seriengewinner Lionel Messi vom FC Barcelona und Cristiano Ronaldo von Juventus Turin konnten in diesem Jahr nie so glänzen wie Lewandowski, der mit seinen 55 Toren in der vergangenen Saison die Bayern zum Triple schoss. Doch vor der Ehrung muss Lewa jetzt erst mal die Wölfe abschießen.

Und das könnte einfacher werden als gedacht. Denn Wolfsburg muss wohl ausgerechnet im Spitzenspiel bei Bayern seine Abwehr umbauen, weil John Anthony Brooks angeschlagen ist. „Hinter seinem Einsatz steht ein sehr, sehr großes Fragezeichen. Wahrscheinlich wird es bei ihm nicht reichen“, sagte VfL-Trainer Oliver Glasner.

Der Innenverteidiger musste Dienstag das Training abbrechen. Brooks hatte sich zuletzt gegen Eintracht Frankfurt eine Prellung zugezogen. Sicher ausfallen werden Admir Mehmedi (Achillessehnenprobleme), Marin Pongracic (Muskelverletzung), Renato Steffen (Adduktoren) und William (Coronavirus).