Robert Lewandowski (r.) erzielt per Kopf das 1:0 für die Bayern. Dortmunds Keeper Gregor Kobel schaut dem Ball nur hinterher Foto: Imago

Einige haben die Bayern schon schwächeln gesehen. Dann gewinnen sie doch wieder den ersten Titel des Spieljahres. Auch weil sich Robert Lewandowski im Duell der Tor-Giganten gegen Erling Haaland durchsetzt und es die Münchner den  Herausforderern von Borussia Dortmund zeigen. Beim 3:1 (1:0) des Meisters gegen den Pokalsieger schnuppern die Münchner an alter Stärke.

Erste Trophäe für Nagelsmann 

Für manche ist es nur ein Titelchen, für Julian Nagelsmann ist es die erste Trophäe, die er als Trainer im Profibereich gewonnen hat. Sonst wäre es nach dem ein wenig glücklichen 1:1 zum Saisonstart in Mönchengladbach für den neuen Bayern-Coach fast schon ungemütlich geworden. Doch der Mann für die Tore, zumal für die wichtigen, erlöst den 34-Jährigen aus diesem Dilemma.

Es geht ziemlich rund vor 24.742 Zuschauern in Dortmund. Auch wenn es „nur“ um den Supercup geht, das Prestige, es im deutschen Klassiker dem ewigen Rivalen zu zeigen, steht, selbst wenn beim BVB Recken wie Mats Hummels, Thorgan Hazard und Raphael Guerreiro fehlen, über allem. Schnell ist vergessen, dass die Stars von heute in einer Schweigeminute des am Sonntag im Alter von 75 Jahren verstorbenen Gerd Müller gedachten und die Münchner verschiedene Trikots, die der „Bomber der Nation“ einst getragen hatte, ins Publikum hielten.

Von Abwarten, von Schongang etwa, ist hier wie da nicht die Rede. Knallhart, nickelig und sogar giftig gehen beide in die Zweikämpfe, keiner zieht auch nur ein bisschen zurück. Dass sich Bayerns Kingsley Coman aber verletzt und schon bald nach der Pause gegen Leroy Sané ausgetauscht werden muss (49.), passiert indes eher unglücklich.

Gespielt, gekämpft und geschossen aber wird, als ginge es schon in diesem Match um alles. Zwar fühlen auch die Dortmunder durch Marco Reus (20.), Jung-Star Yousoufa Moukoko (36.) und Haaland (39., 53.) dem Gegner auf den Zahn, doch sie scheitern entweder am starken Manuel Neuer oder stehen im Abseits. Erst Reus findet mit feinem Schuss in den rechten Winkel den Weg am Bayern-Keeper vorbei (64.).

Ganz schön abgebrüht 

Zu dem Zeitpunkt haben die Bayern aber bereits durch Lewandowski (41., Kopfball) und Müller (49.) deutlich vorgelegt und den dabei machtlosen neuen BVB-Keeper Gregor Kobel überwunden. Eigentlich sind die Münchner das Team, das die deutlicheren und auch strukturierteren Akzente setzt. Wie abgebrüht sie sind, zeigen sie vor allem in den Minuten, als es eng zu werden droht. Weil Corentin Tolisso, erst Sekunden dabei, Manuel Akanji den Ball abjagt, steht Lewandowski völlig frei vor Kobel – das 3:1 ist für ihn ein Kinderspiel (74.).

So beschert vor allem der Weltfußballer mit einem Doppelpack seinem nur ein Jahr und 29 Tage älteren Trainer dessen erstes Titelchen. Oder für ihn doch die erste Trophäe.