Gegen Atletico wurde er noch geschont, gegen Leipzig will Bayerns Robert Lewandowski wieder losballern.  Foto: dpa/Matthias Balk

Die Bayern kriechen auf dem Zahnfleisch. Und doch stimmen die Ergebnisse. In Madrid holte eine mit Junioren-Kickern angereicherte B-Elf bei Atletico einen Punkt (1:1), in der Liga thronen sie vor Leipzig (zwei Punkte Rückstand) und Dortmund (-4). Die Liga blickt mit Bangen auf den Ligagipfel am Sonnabend (18.30 Uhr) gegen RB.  Droht wieder ein Alleingang des Rekordmeisters, ist Titel Nummer neun in Serie bereits vergeben bei dem Erfolg der Flick-Elf?

Drei Punkte für vier Silben – Vorentscheidung! Wer soll diese Bayern stoppen, die bei Atletico Robert Lewandowski, Manuel Neuer und Leon Goretzka geschont hatten und quasi  zu zehnt – Eric Choupo-Moting war ja eigentlich ein Totalausfall – trotzdem gepunktet hatten? Leverkusen? Machen Sie sich nicht lächerlich. Dortmund? Patzt zu oft gegen die Kleinen. Zuletzt gegen das bis dahin sieglose Köln! Zudem bleibt abzuwarten, wie die Borussen den Ausfall von Erling Haaland verkraften. Die Sachsen wiederum haben in vier Versuchen in München nicht mal ein Tor erzielt. Ob vor Vorentscheidung oder Meilenstein – ist wurscht. Es droht wieder gähnende Langweile in der Liga. 

Kann Istanbul-Held Alexander Sörloth das Tor-Trauma in der Allianz Arena beenden?  Wäre eine hübsche Pointe des bislang so glücklosen Stürmers, der in der Champions League am Mittwoch zum Matchwinner wurde. „Es wäre grundsätzlich schön, wenn er da wieder ein Tor schießen würde“, sagte RB-Cheftrainer Julian Nagelsmann vor dem Spitzenspiel beim Rekordmeister.

Zwar habe sich der ehrgeizige Nagelsmann „eine ganz klare Idee, ganz klare Struktur“ für das Gipfeltreffen zurechtgelegt, er verspricht auch ein „mutiges Auftreten“, doch das haben schon viele versprochen und dann nicht gehalten. Zudem lässt der Taktik-Fuchs die wirklichen Prioritäten von RB Leipzig durchblicken: Das Weiterkommen ins Achtelfinale der Champions League habe Vorrang. Und da muss der Tabellenzweite am Dienstag unbedingt gegen Manchester United gewinnen, um aus eigener Kraft ohne Schützenhilfe in die K.-o.-Runde einzuziehen. Sonst droht der Abstieg in die Europa League.

Und die Bayern? Da stachelt Trainer Hansi Flick sein Starensemble vor dem Topspiel besonders an. „Es geht einfach auch darum, dass Champions immer da sind, wenn sie große Spiele vor der Brust haben“, sagte der 55-Jährige einen Tag vor dem Schlager des Spieltages: „Ich erwarte von meiner Mannschaft, dass sie zeigt, dass sie wesentlich besser spielen kann als in den letzten Spielen. Wir müssen einfach bereit sein, in diesem Spiel mehr zu investieren als Leipzig. Unser Ziel ist es absolut, drei Punkte bei uns zu behalten. Das wären Big Points.“

Lewa jagt den Goldenen Schuh

Worte, die vor allem bei Lewandowski auf fruchtbaren Boden fallen könnten. Denn der Pole hat – Welt- oder Europameister wird er ja wohl kaum werden – nur noch zwei große Ziele vor Augen: Zum einen lockt der Titel des Weltfußballers. Da werden am 11. Dezember die drei Finalisten bekannt gegeben.

Und dann wäre da noch der Goldene Schuh des besten Torschützen Europas. In der Vorsaison musste sich der Bayern-Star einem gewissen Ciro Immobile (Lazio) hauchdünn geschlagen geben. Was ihn bis heute noch wurmt. Von den Angreifern aus den vier großen Ligen liegt der 32-Jährige mit 24 Punkten auf einem sehr aussichtsreichen vierten Platz, drei Treffer trennen ihn von der Poleposition.