Am Spielfeldrand ist Karsten Heine auch mit 65 noch voll dabei. Matthias Koch

Osten, Westen, egal! Der Berliner Fußballcoach Karsten „Kulla“ Heine spielte beim 1.FC Union, trainierte die Eisernen und war auch jahrelang bei Hertha BSC beschäftigt. Jetzt ist er Chefcoach bei Regionalligist VSG Altglienicke und feiert heute seinen 65. Geburtstag. Rente? Nein, er will aufsteigen. Wenn da nicht die Corona-Krise wäre.

Um seinen Geburtstag will Heine kein großes Aufsehen machen. „Es gibt gerade Wichtigeres“, sagt er nur. Die Ausbreitung des Corona-Virus hat auch ihn in eine Zwangspause versetzt. Heine rangiert mit der VSG Altglienicke, die er im Sommer 2019 nach einer Saison im Abstiegskampf übernommen hatte „und ein wenig nach oben“ bringen wollte, auf Platz 1 der Regionalliga.

Das spricht für Heines Qualitäten. Wen wundert es auch? Zu DDR-Zeiten hatte Kulla mehr als 100 Oberliga-Spiele für Union und Stahl Brandenburg bestritten. Bereits kurz nach seinem Karriereende wurde der Diplomsportlehrer mit 32 Jahren Trainer in der DDR-Oberliga und hielt mit Union 1988 sensationell die Klasse. Nach der Wende ging der gebürtige Köpenicker in den Westen. Er kam bei Hertha unter, zunächst als Co- und Amateur-Trainer, später auch als Cheftrainer in der Zweiten Liga. 1996 ging er für ein Jahr zurück zu Union. 2004 wurde er wieder U23-Trainer bei Hertha.

30 Jahre lang hatte er auf ein Derby zwischen Union und Hertha in der Bundesliga gehofft. Am 2. November 2019 war es in der Alten Försterei soweit. Union gewann glücklich 1:0. Doch für Heine war es ein echter Feiertag, mindestens so schön wie sein Geburtstag.