Max Kruse muss beim VfL Wolfsburg noch PR-Termine wie hier auf dem Bauernhof machen, spielen darf er nach der Ausbootung durch Trainer Niko Kovac nicht mehr.
Max Kruse muss beim VfL Wolfsburg noch PR-Termine wie hier auf dem Bauernhof machen, spielen darf er nach der Ausbootung durch Trainer Niko Kovac nicht mehr. dpa/Michael Matthey

Die Sätze, die VfL-Trainer Niko Kovac nach der 0:2-Pleite beim 1. FC Union von sich gab, klangen wie eine erneute Kritik an Max Kruse. Das Problem: Der einstige Star des 1. FC Union wurde von Kovac in Wolfsburg bereits vor dem Spiel in Köpenick rasiert. Die teils vernichtende Kovac-Kritik galt nun vielmehr dem Rest seiner Mannschaft. Klar ist: Der Berliner steckt mit dem VfL so richtig tief im Schlamassel. Droht Kovac schon bald der K.-o. in Wolfsburg, könnte ausgerechnet der assortierte Kruse schon bald der lachende Dritte sein! 

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„Wir sind einfach nicht bereit, die Basics, die man im Fußball braucht, Leidenschaft, Kameradschaft, die Mentalität, die Aufopferung an den Tag zu legen. Das fehlt mir“, schimpfte der 50 Jahre alte Berliner. Kovac weiter: „Ich habe noch nie eine Mannschaft gesehen, die unten war und sich spielerisch aus dieser Situation gelöst hat. So kannst du kein Spiel gewinnen.“

Kovac war noch lange nicht fertig: Es gehe um Leidenschaft, Kampfgeist, Willen, Teamspirit. „Das“, so Kovac, „müssen wir an den Tag legen. Nicht nur einmal im Monat, sondern Woche für Woche.“ Vom Tabellenführer, ja richtig, vom 1. FC Union, könne man sich „eine Scheibe abschneiden“.

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Max Kruse beim VfL: Zaunpfähle bauen, statt Tore schießen

Zaunpfähle bauen, statt Tore schießen: Max Kruse wurde von VfL-Trainer Niko Kovac aussortiert, muss für die Wolfsburger aber weiterhin PR-Termine machen. 
dpa/Michael Matthey
Zaunpfähle bauen, statt Tore schießen: Max Kruse wurde von VfL-Trainer Niko Kovac aussortiert, muss für die Wolfsburger aber weiterhin PR-Termine machen. 

Eigentlich wähnte man sich in der Autostadt nach dem ersten Saisonsieg in Frankfurt in der Vorwoche auf dem richtigen Weg – und sortierte Kruse wegen angeblich fehlender Einstellung und Identifikation mit dem Klub aus. Doch im Duell beim 1. FC Union versagten Kruses Ex-Kollegen, sodass der VfL die Länderspielpause auf einem direkten Abstiegsplatz verbringt. 

Kovac geht nun volles Risiko, indem er noch deutlicher auf Distanz zu seinen Spielern geht als zuletzt, spricht ihnen quasi die nötige Qualität ab, um in der Bundesliga zu bestehen: „Wir haben den Kader, den wir haben. Fußball ist nicht nur Hacke, Spitze, eins, zwei, drei. Fußball ist Arbeit, vor allem, wenn du in anderen Sachen Defizite hast und limitierter bist.“

VfL Wolfsburg: Niko Kovac nimmt Krise mit Galgenhumor

Kovac rettet sich in Galgenhumor, der sicherlich im Team nicht besonders gut ankommt. Wiederholt brachte er sich und seinen Bruder, der unter ihm Co-Trainer ist, als Lösung ins Spiel: „Notfalls spielen mein Bruder und ich mit.“

Wahrscheinlicher ist, dass Kovacs Tage nach der Länderspielpause in Wolfsburg schon bald gezählt sind. Dann könnte sich das Blatt auch im „Fall Kruse“ schnell wenden.

VfL Wolfsburg: Max Arnold von Kruse-Thema genervt

Fakt ist auch: Das Thema Kruse nervt Kapitän Maximilian Arnold einfach nur noch. „Es geht nur darum, als würde der VfL Wolfsburg nur aus Max Kruse bestehen“, ärgerte sich der Mittelfeldmann nach dem 0:2 beim 1. FC Union. Arnold weiter: „Jeder weiß um die Qualitäten eines Max Kruse. Aber jeder weiß auch um die nicht vorhandenen Qualitäten eines Max Kruse.“

Arnold schlägt vor, das Thema mal ein bisschen runterzufahren“. Vielleicht hat sich es ja auch schon bald erledigt. Allerdings ganz anders, als sich der VfL und Kovac das vorgestellt hatten. Fliegt der Kroate, könnte Kruse unter einem neuen Trainer schon bald der lachende Dritte sein ... 

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