Erling Haaland (l.) würgt Torschütze Marco Reus vor lauter Freude über den zwischenzeitlichen Ausgleich. Foto: dpa/Lindsey Parnaby

Schade, BVB! Nach einem klasse Auftritt bei Manchester City haben die Dortmunder das Halbfinale in Europas Königsklasse im Blick. Mit der letzten, der allerletzten Aktion, schafft Englands Fast-Meister doch noch das 2:1 (1:0). Trotzdem, Borussia, da geht in einer Woche im Rückspiel noch was, denn ein wenig fühlen sie sich sogar um den Lohn betrogen.

Sie haben die Sensation auf dem Fuß. Sekunden fehlen noch, nachdem Marco Reus das wichtige Auswärtstor erzielt (84.). Es wäre der Lohn für einen Auftritt, den ihnen nach den vergangenen schmerzhaften Wochen niemand zugetraut hat. Nur hat Phil Foden etwas dagegen, haut mit der letzten Aktion doch noch das 2:1 rein (90.).

Schiedsrichter macht den BVB ratlos

Eigentlich können sie stolz sein, aber sie sind trotz einer frappierenden Steigerung frustriert, haben einen dicken Hals und manche sind noch immer auf der Palme. Der Grund dafür trägt Schwarz und heißt Ovidiu Alin Hategan. Dass der Unparteiische aus Rumänien nichts dafür kann, dass Emre Can im Mittelkreis völlig unbedrängt den Ball verliert, die Post Richtung BVB-Kasten abgeht und Kevin de Bruyne fast aus dem Nichts das 1:0 erzielt (19.), ist sonnenklar. Auch dass der Schiri nach Intervention seines Video-Assistenten einen Elfer für die Engländer zurücknimmt, geht in Ordnung (29.). Nicht aber, dass Can die unberechtigte Gelbe behält, Elfer-Schinder Rodrigo aber ohne davonkommt.

Wäre das die einzige Situation, über die sich die Dortmunder tierisch beklagen, ginge es ja noch. Nur kommt es noch dicker und die Schwarz-Gelben fühlen sich um einen Treffer gebracht. Als nämlich das 17-jährige Küken Jude Bellingham, der wie alle Dortmunder ein beherztes Spiel abliefert, City-Keeper Ederson außerhalb des Strafraums den Ball vom Fuß spitzelt, allein aufs leere Tor zuläuft und das 1:1 fällig ist (37.), pfeift Hategan ab: Foul des Dortmunders. Angeblich. Ist es das aber wirklich?

Borussias Offensivmann geht mit gestrecktem Bein ins Duell, das ist Fakt. Nur: Wenn es schon einen Video-Assistenten gibt – und der Italiener Marco di Bello hat seinen Job beim Nicht-Elfer glänzend erledigt –, warum wartet der Schiri dann nicht, wie bei fast jedem Abseits, die Situation ab und entscheidet notfalls in aller Ruhe?

Trotzdem, BVB, Kopf hoch. Da geht wirklich was!