Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge.  Foto: imago images/Nordphoto

Es war sicherlich ärgerlich. Und optimal für die Vorbereitung für das Klub-WM-Halbfinale war es auch nicht, dass die Mannschaft des FC Bayern München anders als geplant nicht am späten Freitagabend bereits nach Katar geflogen ist, sondern wegen einer fehlenden Starterlaubnis die Nacht zu Samstag am Berliner Flughafen BER verbringen musste. Der Aufstand, den Boss Karl-Heinz Rummenigge nun macht, zeigt vor allem eines: Der FC Bayern nimmt sich mal wieder viel zu wichtig.

In Doha angekommen packte der 65-Jährige nach dem ersten Gepolter die großen Geschütze aus. Er hatte den Eindruck, in Brandenburg sei jemand am Werk, der den FC Bayern nicht mag, tischte er im Gespräch mit der Bild seine Verschwörungstheorie auf. Ehrenpräsident Uli Hoeneß sprach von einem „Skandal ohne Ende“. Dass die fehlende Starterlaubnis nicht aus der Luft gegriffen war, sondern auf das geltende Nachtflugverbot ab Mitternacht zurückzuführen ist, schien die Bayern-Granden nicht zu interessieren.

Viel mehr noch forderte Rummenigge, dass für den FC Bayern doch eine Ausnahme angebracht gewesen wäre. Schließlich vertrete der FC Bayern bei diesem Turnier auch Deutschland, tönte der Bayern-Boss.

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Mit diesem Interview zeigte vor allem Rummenigge einmal mehr sehr deutlich, dass sich der FC Bayern viel zu wichtig nimmt. Er scheint tatsächlich zu glauben, dass die Brandenburger Flugsicherheitsbehörden vor einem Wochenende mit Schnee und Eis nichts besseres zu tun haben, als zu überlegen, wie sie dem deutschen Rekordmeister möglichst viel Schaden zufügen können.

Dafür hält er es nicht für möglich, dass ein Nachtflugverbot – auch wenn es eben nur um drei Minuten gerissen würde – aus gutem Grund eingerichtet wurde und nun mal einzuhalten ist.

Dass Rummenigge tatsächlich glaubt, die Teilnahme bei einem Turnier, dass dem Verein sicher viel Geld einbringt, dessen sportlicher Wert aber mehr als fragwürdig ist, wäre tatsächlich von nationalem Interesse, setzt dem Arroganz-Anfall des Bayern-Bosses die Krone auf.

Welche Werte man beim FC Bayern auch immer glaubt, in die Welt zu tragen, Demut ist es nicht.