Kingsley Coman (2.v.l.) nickt in der 59.Minute zum 1:0 gegen Paris ein. Das Tor zum Titel. Bayern ist Champions-League- Sieger 2020. Foto: AP

Die Bayern sind die neuen Könige Europas dank Kingsley! Zum zweiten Mal nach 2013 holt der Rekordmeister das Triple. 1:0 (0:0) im Endspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain durch ein Kopfballtor von Kingsley Coman. Ein Sieg für die Geschichtsbücher.

„Wir werden genauso wie in den Spielen davor agieren und versuchen, den Gegner unter Druck zu setzen", kündigte Bayerns Trainer Hansi Flick vor dem Anpfiff an. Die Bayern-Profis setzten es von der ersten Minute an um. Extrem hohes Pressing gegen die Franzosen. Phasenweise waren minutenlang alle Münchner in der PSG-Hälfte. Doch es brachte zunächst nichts ein. Denn Paris Saint-Germain hat die beste Abwehr in der Königsklasse (siebenmal zu Null, bis zum Finale nur fünf Gegentreffer). Und die Münchner Offensivpower hatte nur eine Tücke – Konter der pfeilschnellen Pariser.

So hatte Neymar in der 18. Minuten auch die ersten Riesenchance. Doch seinen Schuss wehrte Torwart Manuel Neuer mit dem linken Fuß, der linken Hand und viel Glück ab. Die Antwort der Bayern folgte. Robert Lewandowski traf aus acht Metern den linken Pfosten (22.). Statt Torjubel folgte drei Minuten später der Schock. Verteidiger Jerome Boateng musste mit Muskelverletzung im Oberschenkel ausgewechselt werden. Niklas Süle kam für ihn.

Das Spiel nahm an rasanter Fahrt auf. Lewandowskis Kopfball aus fünf Metern konnte PSG-Keeper Navas gerade noch auf der Linie halten (31). Doch auch das Starteam von Trainer Thomas Tuchel wurde immer gefährlicher. In der 45. Minute leistete sich David Alaba im eigenen Strafraum eine katastrophalen Fehlpass, doch den anschließenden Schuss von Kylian Mbappe entschärfte Neuer in höchster Not.

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte dann hitzige Diskussion auf der Bayern-Bank. PSG-Verteidiger Thilo Kehrer hatte Kingsley Coman im Strafraum festgehalten. Bayerns Flügelflitzer fiel – Strafstoß? Nein, es gab nicht mal eine Videosichtung. Zweifelhafte Entscheidung des italienischen Schiris Daniele Orsato. Torlos ging es in die Kabine.

Im zweiten Durchgang wurde die Partie immer hitziger. Als Serge Gnabry Superstar Neymar foulte (52.), fiel Neymar mal wieder theatralisch und veranlasste seinen Mitspieler Leandro Paredes so Gnabry zu schubsen – Rudelbildung. Die Anspannung stieg bei beiden Teams.

Doch die Bayern hatten schnell wieder einen kühlen Kopf und ratterten dann einen Traumangriff herunter. Joshua Kimmich zu Gnabry, weiter zu Thomas Müller, zurück zu Kimmich und dessen Flanke köpfte Coman zum 1:0 (59.).

Das Goldene Tor, da hatte doch der Fußballgott Regie geführt und Trainer Flick eine Fügung mitgegeben. Coman war die einzige Veränderung in der Startelf. Er bekam den Vorzug vor Ivan Perisic. Und der Franzose traf gegen seinen Ex-Klub, er war besonders heiß. Flick mit dem Extra-Motivationstrick. Das Tor war die Entscheidung. Bayern ist auf dem Thron und hat einen König - King Coman.

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