Doppeltorschütze für den FC Bayern: Kingsley Coman wird beglückwünscht. AP/Matthias Schrader

Was ist das schon wieder für ein dickes Ausrufezeichen, das die Bayern zum Start in die Champions League setzen! Ein bisschen was hat das 4:0 (2:0) gegen Atletico Madrid, den vermeintlich stärksten Gruppengegner, vom Finaltriumph. Tres bien, wie 59 Tage zuvor beim 1:0 gegen Paris St.-Germain ist der Franzose Coman erneut Bayerns Champions King.

Zufall kann das schon lange nicht mehr sein. Wieder leistet Joshua Kimmich die mit einem Ballgewinn energische und mit einer Maßflanke präzise Vorarbeit. Wie damals in Lissabon ist Coman da, nutzt seine Freiheit zum 1:0 (29.). Fast ist es eine Blaupause des damals goldenen Treffers und der Beginn einer neuerlichen Gala.

Nach einer zunächst nicht ganz souveränen Phase sind die Münchner hellwach. Vergessen und abgestreift ist die Irritation um den positiv auf Covid-19 getesteten Serge Gnabry, weil alle anderen Tests negativ ausgefallen waren und glücklicherweise Kimmich (in der Nacht zuvor Vater einer Tochter geworden) neu in die 4:1-Siegerelf von Bielefeld gekommen war. Vorbei auch der wilde Beginn mit einer dicken Chance durch Luis Suarez da (3.) und einem Pfostenschuss durch Niklas Süle hier (15.).

Die Bayern marschieren, auch wenn Atletico keinen Meter preisgibt. Nur sind die Münchner gnadenlos effektiv. Diesmal ist Coman der Vorbereiter, exakt kommt das Zuspiel auf Leon Goretzka und wie an der Schnur gezogen dessen Hammer ins linke Eck. Jan Oblak, Atleticos eigentlich prächtiger Keeper, ist auch gegen das 2:0 (41.) chancenlos.

Spielerisch sieht das nach Zucker aus, dabei ist die Partie durchaus kein Zuckerschlecken. Wie aggressiv es zugeht, zeigen die Gelben Karten allein bis zur Pause: David Alaba und Thomas Müller sehen den Karton, Renan Lodi, Koke und Hector Herrera aber auch. Von leichtem Aufgalopp ist nichts zu merken, eher davon, dass es schon hier um den möglichen Gruppensieg geht.

Geschlagen ist Atletico, glänzend in die Primera Division gestartet und bei zwei Spielen weniger nur drei Punkte hinter Tabellenführer San Sebastian, noch lange nicht. Ein Treffer von Joao Felix zählt nicht, weil Suarez vor Manuel Neuer im Abseits steht und dem Bayern-Keeper die Sicht nimmt (47.), Achtung ist angesagt, weil Yannick Carrasco den Ball aus guter Position vorbeizimmert (64.).

Die Antwort der Bayern darauf hat sich gewaschen. Corentin Tolisso hämmert aus 25 Metern das 3:0 rein (66.), dass sich das Netz im rechten Dreiangel noch lange danach nach außen zu beulen scheint. Und Coman hat noch immer nicht genug. Von Müller ins Laufen geschickt, hängt er erst Felipe ab und dann auch Koke – drin ist das Ding zum 4:0 (72.).

So, aber wirklich nur so, macht Champions League sogar ohne Zuschauer Spaß.