Schreckensnachricht beim Kicker Sportmagazin. Foto: Screenshot

Berlin -  Alarmstufe Rot oder ein aufgebauschtes Horrorszenario? Das eigentlich nicht für Übertreibungen bekannte "Kicker Sportmagazin" schreckt mit der Meldung auf, dass 13 von 36 DFL-Klubs kurz vor der Insolvenz stünden.  

Das wären fast 37 Prozent aller Bundesligisten. Also mehr als jeder Dritte. Nun bangen die Fans: Ist womöglich auch mein Klub betroffen? 

Besonders dramatisch solch sich die Situation im Unterhaus darstellen. Sieben Vereine stünden Ende Mai vor der Zahlungsunfähigkeit, wenn bis dahin keine TV-Kohle fließt. Einen Monat weiter stünden noch mal vier weitere Klubs vor dem Kollaps. 

Auch ein Erstligist hätte im Mai keine Kohle mehr

Eine Liga höher ist derzeit ein Klub arg in der Bredouille, drei weitere könnten laut Kicker sich auch wohl nur noch bis Juni  über Wasser halten. Kein Wunder, dass die DFL händeringend darauf hofft, dass der Spielbetrieb weitergeführt werden kann und die TV-Anstalten dann im Mai die fällige vierte Rate aus dem aktuellen Medienvertrag zahlen müssen.  

Rund ein Dutzend Klubs sollen zudem ihre zu erwartenden Gelder aus der vierten Fernsehrate bereits an Kreditinstitute und andere Partner abgetreten haben, um laufende Kosten begleichen zu können. Auch Maßnahmen wie die bei vielen Vereinen ausgerufene Kurzarbeit oder der Gehaltsverzicht des kickenden Personals würden demnach Insolvenzen nicht verhindern, wenn der Spielbetrieb nicht wie erhofft Anfang Mai wieder aufgenommen werden kann.

Manch Drittligist könnte Planinsolvenz nutzen, um sich zu entschulden

Der Zweitligist Karlsruher SC war in den jüngsten Tagen schon mit dem Stichwort konfrontiert worden,  hatte aber den Medienberichten einer zeitnahen Insolvenz widersprochen: „Vorausgesetzt die TV-Gelder kommen“, sagte Geschäftsführer Michael Becker, „sind wir nach aktueller Planung bis zum 30. Juni gut aufgestellt." Wenn, wohlgemerkt. Über die Zeit danach wollte er sich nicht auslassen. 

Zumindest würde eine Insolvenz kaum sportliche Folgen nach sich ziehen. Die DFL hatte am Dienstag mit Blick auf die Bundesliga und die 2. Liga beschlossen, das Lizenzierungsverfahren wegen der Coronakrise zugunsten der Klubs anzupassen. So soll bei der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens auf den üblichen Abzug von bis zu neun Punkten verzichtet werden, maximal drei für die Spielzeit darauf als Strafe verhängt werden.  

Eine Liga tiefer hofft beispielsweise der 1.FC Kaiserslautern, dass der DFB für seine höchste Spielklasse analog zu den DFL-Beschlüssen verfährt. Mit einer "Planinsolvenz" könnten die Roten Teufel das drohende Aus vermeiden. Rund 20 Millionen Euro Schulden sollen die Erben Fritz Walters plagen. Zwölf Millionen Euro fehlen derzeit an liquiden Mitteln für die Zulassung zur kommenden Saison.