Spielte sechsmal für die deutsche Nationalmannschaft: Kevin Großkreutz Foto: imago images/Sportfotodienst Team 2

Kevin Großkreutz steht offenbar kurz vor der Unterschrift bei einem neuen Verein. Laut dem Portal Reviersport soll sich der Fußballweltmeister von 2014 schon bald dem TuS Bövinghausen anschließen. Damit kickt der Dortmunder nach fünfeinhalb Jahren wieder in seiner Geburtsstadt.

Im Dezember sagte Großkreutz, der seit dem Sommer ohne Verein ist, in einem Interview, dass er den Fußball vermisse. „Ich trainiere weiter jeden Tag, denn man weiß nie, was passiert“, sagte er. Ajan Dzaferovski, der Vorsitzende von TuS Bövinghausen, scheint schon zu wissen, was passiert. „Es steht alles: Das Angebot, das wir vorgelegt haben, ist für die Großkreutz-Seite zufriedenstellend. Sie haben sich noch ein paar Tage Bedenkzeit erbeten und Ende Januar fällt dann die Entscheidung. Ich habe aber ein sehr gutes Bauchgefühl. Ich bin guter Dinge, dass Kevin Großkreutz bald für Bövinghausen spielen wird“, sagte er Reviersport.

Schon im Vorfeld war spekuliert worden, welche Optionen Kevin Großkreutz nach seinem langsamen, aber stetigen Abstieg in den vergangenen Jahren noch bleiben. Neben einem Engagement bei einem Unterklassigen Klub in seiner Heimatstadt Dortmund, wo er lebt und wo ihm ein Restaurant gehört, stand Gerüchten zufolge auch ein Wechsel zum polnischen Erstligisten Wisla Krakau zur Debatte, wo er auf den deutschen Trainer Peter Hyballa und seinen langjährigen BVB-Weggefährten Jakub Blaszczykowski getroffen wäre, der dort Kapitän und Miteigentümer ist.

Mit dem BVB wurde Kevin Großkreutz zweimal Deutscher Meister, einmal Pokalsieger und erreichte das Finale der Champions League. Foto: imago images/Defodi

Nun soll es also nicht Polen sondern Bövinghausen, ein Stadtteil im Westen Dortmunds werden. Kommt der Transfer in die sechste Liga wirklich zustande, so wie es Bövinghausens Boss glaubt, heißen die Gegner des zweimaligen Deutschen Meisters künftig Wacker Castrop, DSC Wanne-Eickel und Westfalia Wickede. Der TuS Bövinghausen steht aktuell an der Tabellenspitze. Gespielt wurde in dieser Liga wegen des Corona-Lockdowns bereits seit dem 25. Oktober nicht mehr. 

Seit Kevin Großkreutz den BVB im Sommer 2015 verlassen hatte, kam er nicht mehr auf einen grünen Zweig. Beim Transfer zu Galatasaray Istanbul legte der türkische Klub der Fifa unvollständige Unterlagen zur Registrierung des Transfers vor. Die Folge: Großkreutz, der mit viel Jubel am Flughafen begrüßt wurde, besaß bis zum Winter keine Spielberechtigung.

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Nicht spielen zu können und die Entfernung zu seiner Familie und seinem Ruhrpott sorgten bei Großkreutz bald für Heimweh. Schon im Januar 2016 wechselte er ohne ein Spiel für Istanbul zu machen, zum VfB Stuttgart, mit denen er in die zweite Liga abstieg. Noch bevor die Rückkehr ins Oberhaus gelingen konnte, wurde Großkreutz jedoch gefeuert, nachdem er zuvor mit mehreren Jugendspielern des Vereins in der Stuttgarter Innenstadt in eine Prügelei verwickelt gewesen war. In der Saison 2017/18 spielte er noch für den SV Darmstadt in der zweiten Liga, ehe er zum KFC Uerdingen in die dritte Liga wechselte. Dort wurde er im Sommer entlassen. Nun geht es in die Westfalenliga.