Dynamos Sportdirektor Ralf Minge. imago-images

Sportgeschäftsführer Ralf Minge von Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden hat das wirtschaftliche Verhalten von einigen Konkurrenten kritisiert. Durch die Coronavirus-Pandemie sind 13 Clubs der beiden Bundesligen in teilweise arge finanzielle Nöte geraten. «Vielleicht ist meine Herangehensweise etwas zu extrem in die andere Richtung gewesen, aber auf Gedeih und Verderb Fernsehgelder an die Bank zu verpfänden oder zu verbrauchen, dafür habe ich kein Verständnis», sagte Minge der Deutschen Presse-Agentur. Der 59-Jährige war oft dafür kritisiert worden, zu sparsam zu sein.

Minge sehe den Profi-Fußball aktuell in einem Sturm. «Wenn ich diesen aber nach drei Wochen bereits nicht mehr aushalte, müssen andere Fehler gemacht worden sein», sagte der frühere Stürmer. Dresden geht es wirtschaftlich so gut wie nie. Der Verein weist ein Eigenkapital von über neun Millionen Euro auf. Fast auf den Tag genau vor 25 Jahren, am 6. Mai 1995, war Dynamo als bisher einzigem Erstligisten die Lizenz aus wirtschaftlichen Gründen entzogen worden.

Wie Dresden geht es auch den anderen Ostklubs in den Bundesligen weitaus besser als ihren Konkurrenten aus dem Westen. Der 1. FC Union ist dank des nachhaltig und verantwortungsbewussten Wirtschaftens der vergangenen Jahre alles andere als von einer Pleite bedroht und selbst der kleine FC Erzgebirge Aue steht wegen der Krise, anders als viele andere Klubs, nicht vor einem Scherbenhaufen. In den unteren Klassen hängt derweil viel davon ab, ob die Politik einen weiteren Spielbetrieb ermöglicht. Genau dann nämlich könnte es für Klubs wie Magdeburg, Halle Chemnitz oder Jena wirtschaftlich doch noch eng werden. Alle vier hatten sich für einen Saisonabbruch ausgesprochen.