Karl-Heinz Rummenigge will die Saison zu Ende bringen. Egal wann ... Foto: Matthias Balk/dpa

München - The show must go on. Um jeden Preis. Alls andere wäre eine wirkliche Katastrophe. Eine Komplett-Absage der Spielzeit oder künftig gar eine Fußball-Bundesliga mit nur noch 14 oder 16 Clubs schließt Karl-Heinz Rummenigge trotz der gegenwärtigen  Coronavirus-Krise kategorisch aus. Die daraus resultierenden Folgen hält der 64-Jährige für gravierender als eine weitere Verschiebung der Saison.

Für den Vorstandschef des deutschen Rekordmeisters FC Bayern wäre es sogar eine Option, wenn die Saison erst im September endet und die neue Spielzeit dann erst im nächsten Winter beginnt. Auch wenn dafür weitreichende Abstimmungen mit der Uefa und der Fifa  nötig werden sollten. Postiver Nebeneffekt. Vielleicht könnte dann sogar wieder vor Fans gekickt werde. Oder gar der Spielkalender endlich auf den Ganzjahresrhythmus umgestellt werden.

„Wenn das unter den Aspekten von Gesundheit und politischer Einschätzung nicht anders möglich wäre, müsste man sich mit diesem Szenario gegebenenfalls auseinandersetzen“, sagte Rummenigge in einem Interview in der Dienstagsausgabe der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Rummenigge regt Rabatt für Sky an

„Wir sollten unbedingt diese Saison zu Ende spielen, aus Gründen der sportlichen Fairness, aber natürlich auch, um den wirtschaftlichen Schaden so gering wie möglich zu halten“, sagte der Bayern-Vorstandschef vor der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga am Dienstag (10.30 Uhr) in Frankfurt.

Der ehemalige Nationalspieler entwickelte sogar eine Idee, wie allen darbenden Vereine derzeit am ehesten geholfen werden könne. Er regte ein Geschäft auf Gegenseitigkeit mit dem TV-Partner Sky an. Er brachte einen nachträglichen Rabatt für den Sender ins Spiel, falls der Pay-TV-Kanal seine nächste Rate ungeachtet der Spielpause wie vereinbart im kommenden Monat überweisen und damit den Vereinen aus einem erheblichen Liquiditätsengpass heraushelfen würde.

Im Gegenzug könnte sich sich die DFL bereit erklären, einen Discount bei den Zahlungen in der kommenden Saison zu geben“, so der Bayern-Boss. Die Klubs müssen aufgrund der Gefahr eines Ausfalls der restlichen Saison auch durch ihren TV-Vertrag Einnahmeverluste von rund 770 Millionen Euro fürchten. Und derzeit sollen ja eigentlich auch die neuen Fernsehverträge für die kommden vier Spielzeiten ab 2020 vergeben werden. 

Auch Bayern kann das nicht so einfach wegstecken

Die akute Krise werde auch am Branchenführer aus München nicht spurlos vorbeigehen, räumte der Vorstandschef der Bayern ein. „Auch auf den FC Bayern kämen wirtschaftliche Schwierigkeiten zu, wenn wir zu lange nicht Fußball spielen“, sagte Rummenigge.

Möglicherweise stünden die Bayern „aufgrund unserer sehr guten Eigenkapitalsituation vielleicht um einiges besser da“ als andere Bundesligaclubs. „Aber auch wir warten derzeit auf dem Transfermarkt ab, um auch mal das Pulver trocken zu halten und zu schauen, wie sich die Lage entwickelt“, sagte Rummenigge. „Wir wissen heute alle nicht, wie lange uns der Corona-Spuk noch begleiten wird.“ 

Thomas Müller und der FC Bayern sollen sich über einen neuen Kontrakt einig sein. Foto: Glyn Kirk/AFP

Angesprochen auf Vertragsverlängerungen mit Stars, deren Verträge kommenden Sommer auslaufen, sagte Rummenigge dem Münchner Merkur: Für Neuer gelte dasselbe wie für alle anderen: Der FC Bayern hätten bereits vor der Coronakrise Angebote unterbreitet und wollten die jetzige Situation nicht ausnutzen, um diese verdienten Spieler im Preis zu drücken.

Eine Annäherung gibt es derzeit laut Kicker Sportmagazin im Fall Thomas Müller. Beide Seiten scheinen sich auf eine Verlängerung um zwei Jahre bis 2023 geeinigt zu haben.