Bayerns Keeper Manuel Neuer hebt den Pokal hoch. Der Rekordmeister jubelt über das Double. Foto: AP

Der zweite Titel ist da! Der FC Bayern gewinnt nach der 30. Meisterschaft auch den 20. DFB-Pokal. 4:2 (2:0) gewinnen die Münchner völlig souverän das Endspiel im Geister-Olympiastadion gegen Bayer Leverkusen. Jubel, Double, Geisterkeit! Nächstes Ziel für den Rekordmeister: Das Triple mit dem Champions-League-Sieg.

Für die Bayern war dieses besondere Finale ohne Zuschauer wegen der Corona-Pandemie nur eine reine Pflichtaufgabe. Pokalfinalstimmung in der Stadt Fehlanzeige, nur ein paar Fans beider Klubs waren trotz Zuschauerverbots in die Hauptstadt gereist und schauten das Spiel in der Kneipe. Die große Show entfiel vor dem Anpfiff. Der DFB übte sich in stilvoller Bescheidenheit. Es gab eine Gedenkminute für die Corona-Toten.

Danach ging es unter den Augen von Bundestrainer Jogi Löw, der mit Maske auf der Ehrentribüne der Betonschüssel saß, los. Die Bayern legten einen seriösen Auftritt hin und konnten bereits nach 16 Minuten jubeln. Bayers Abwehrspieler Edmond Tapsoba hatte Bayerns Torjäger Robert Lewandowski vor dem Strafraum ungeschickt umgeschubst. Den Freistoß schlenzte David Alaba sehr gefühlvoll über die Mauer ins rechte Toreck zum 1:0. Bayers Keeper Lukas Hradecky streckte sich vergeblich.

Auch acht Minuten später hatte der Leverkusener Torhüter keine Chance. Joshua Kimmich schickte Serge Gnabry mit einem schönen Diagonal-Pass Richtung Tor und der Stürmer traf völlig cool zum 2:0. Das war schon die Vorentscheidung nach nur 24 Minuten. So ging es auch in die Pause. Bundes-Jogi analysierte treffend: „Das ist natürlich ungewohnt: ein Finale ohne Zuschauer. Was Bayern spielt, ist taktisch sehr hohes Niveau. Leverkusen hat zwar auch die Waffen, aber ich glaube, Bayern spielt das konsequent zu Ende.“

Löw behielt recht. Auch in der zweiten Halbzeit zelebrierten die Münchner ein frühes Pressing, störten Bayern schon im Keim an einem vernünftigen Spielaufbau. Dann patzte auch noch Bayers Keeper Hradecky. Einen eigentlich harmlosen Schuss von Robert Lewandowski faustet er durch die eigene Beine ins Tor zum 3:0 (53.) für die Münchner.

Fünf Minuten später durfte Sven Bender immerhin zum 1:3 einköpfen. Lewandowski machte in der 89. Minute das 4:1. In der Nachspielzeit traf Leverkusens Kai Havertz per Handelfmeter noch zum 2:4.

Bayerns Profi recken den Pott in den Berliner Himmel. Am 8. August geht die Mission-Triple weiter: Achtelfinal-Rückspiel (Hinspiel 3:0) gegen FC Chelsea in der Champions League. Fünf Tage später steigt das Königsklassen-Blitzturnier in Lissabon. Die Chance ist groß, dass die Bayern in dieser Form nach 2013 am 23.August nach dem Champions-League-Finale das Triple feiern können.