Reichlich Matte und Gesichtsmatratze: Spanien-Kapitän Sergio Ramos. Foto: AFP/Fabrice Coffrini

Finale, oho! Ein Punkt reicht am Dienstag in Spanien (20.45 Uhr, ARD), dann ist Deutschland Gruppensieger und steht im Vierer-Endturnier der Nations League im Oktober 2021. Aber in Sevilla wird es echt haarig, für den Triumph müssen die Jungs von Bundestrainer Löw  Sergio Ramos & Co. stutzen. Jogi, hol die Schere raus.

Duelle gegen Spanien sind immer besonders, dieses ist nicht nur wegen der Gruppen-Konstellation noch etwas besonderer. Weil Europas Rekordnationalspieler (177 Einsätze) auf Rehabilitation brennt und heiß wie ein Bügeleisen auf Leinenstufe ist. Zottel Ramos kämpft gegen den Spott als doppelter Elfer-Trottel.

Seit Mai 2018 hatte der 34-Jährige 25 Strafstöße verwandelt. Beim 1:1 in der Schweiz lief der Kapitän gleich zweimal vom Punkt an und scheiterte zweimal an Gladbach-Keeper Yann Sommer. Caramba!

Ramos, der optisch momentan daherkommt wie einer, der sich zwei Jahre im Wald versteckt hat, raufte sich aber nicht allzu lange das üppige Haupthaar und den mächtigen Rauschebart – der Eisenfuß schaltete gleich wieder um in den Attacke-Modus. Deutschland soll büßen.

Ramos will  seine historische Schmach sofort tilgen. Seine Kampfansage an die 2020 noch ungeschlagenen DFB-Elf: „Es sind nicht die Fehler, die uns definieren, es ist die Art und Weise, wie wir uns auf das nächste Ziel konzentrieren.“

Mag sein. Aber auch gut möglich, dass Ramos heute in Sevilla einen Termin beim Barbier hat und richtig rasiert wird. Denn Jogis Flügelschere ist scharf. Leroy Sané und Doppelpacker Timo Werner schossen die Ukraine beim 3:1 von Leipzig mit ihren Toren quasi im Alleingang  ab. Dazu hat Toni Kroos seine Gelbsperre abgesessen und Löw den Chef seines Frisiersalons wieder zurück.

Ach ja: Sollte Spanien einen Elfer bekommen, darf Ramos wieder ran. Spaniens Nationalcoach Luis Enrique: „Er ist weiter die Nummer 1 auf meiner Liste.“