Jerome Boateng spielt seit September für Olympique Lyon. Imago/Buzzi

Als im Sommer der Vertrag von Jerome Boateng beim FC Bayern endete, suchte der Berliner in Frankreich eine neue Herausforderung. Bei Olympique Lyon wurde der Weltmeister von 2014 mit großen Applaus empfangen. Doch nach 17 nicht immer hochklassigen Spielen in der Ligue 1 hat Boatengs Engagement beim einstigen französischen Serienmeister einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht: Der 33-Jährige wurde für das durchaus hitzige Spiel gegen OGC Nizza aus dem Kader gestrichen. Trainer Peter Bosz hatte dafür nicht nur sportliche Gründe.

Jerome Boateng: Im wichtigen Spiel gegen Nizza fehlt der Berliner im Lyon-Kader

Denn es nicht zu beschönigen: Einen Bilderbuch-Start hatte Jerome Boateng nicht, als er am 1. September 2021 bei Lyon unterschrieben hatte. Zwar stand der gebürtige Berliner in fast allen seiner 17 Ligaspiele für OL in der Startelf, doch nicht immer wusste er zu überzeugen. Vielmehr trägt der Innenverteidiger, der mit so großen Erwartungen aus München gekommen war, eine gewisse Mitschuld an der sportlichen Misere von Lyon.

Jerome Boateng konnte im Trikot von Olympique Lyon noch nicht dauerhaft überzeugen. Imago/PanoramiC

Nach 23 Ligaspielen liegt die Mannschaft, die im Sommer den Abgang von Memphis Depay verkraften musste, mit nur 34 Punkten auf Platz acht. Immerhin ist das internationale Geschäft noch nicht allzu weit entfernt. Stade Rennes auf Platz 5 hat nur drei Punkte Vorsprung, OGN Nizza auf Champions League-Qualifikations-Platz drei ist acht Punkte voraus.

Jerome Boateng nicht im Kader: Nicht nur sportliche Gründe

Dass Boateng an diesem so wichtigen Spiel mit dem direkten Konkurrenten um die Champions League-Plätze am Samstagabend nun nicht mitwirken kann, soll aber nicht nur sportliche Gründe haben. Denn wie die französische Sportzeitschrift L'Équipe berichtet, soll die Maßnahme von Peter Bosz auch durchaus einen disziplinarischen Charakter haben.

Boateng, so heißt es, soll in den vergangenen Wochen mehrfach mit Mitspielern aneinandergeraten sein. Zwischen ihm und dem inzwischen zu Newcastle United gewechselten Bruno Guimares soll es gar zu Handgreiflichkeiten gekommen sein. Eine Person aus dem Umfeld von OL soll der Zeitung gesagt haben, dass Boateng seit einer Weile „nervös“ sei und ständig „mit jedem aneinandergeraten“ würde.

News zu den Olympischen Spielen 2022 in Peking finden Sie hier >>>

Klingt tatsächlich nicht so, als wäre ein Boateng in dieser Verfassung die richtige Personalie für Lyons vorentscheidendes Spiel gegen Nizza. Denn hier geht es beinahe schon um alles.