Lebensgefährliches Spiel! Feuerwerksraketen wurden beim Spiel zwischen Dresden und Kaiserslautern auf den Rasen geschossen. Imago Images

Und wieder ist es passiert! Pyro-Orgien, Feuerwerksraketen auf dem Spielfeld und in Zuschauerränge, Steinwürfe gegen Busse. Das ist alles gefährlicher Wahnsinn, wie da beim Rückspiel zur Zweitliga-Relegation in Dresden (0:2 gegen Kaiserslautern) einige Krawallbrüder wieder mal gewütet haben.

Relegation, für Vereine und Fans geht es um alles. Die Nerven liegen blank und einige rasten dabei komplett aus – besonders wenn man als Verlierer vom Platz geht. Schiedsrichter Daniel Siebert musste die Partie unterbrechen, weil enttäuschte Dynamo-Fans Raketen aufs Spielfeld schossen. Das ist gefährlicher Blödsinn.

Seit Jahren werden Steuergelder für erhöhtes Polizeiaufkommen wegen der Hochrisiko-Spiele ausgegeben. Doch die Gefahr wurde nie richtig gebannt. Den traurigsten Tiefpunkt der Relegation gab es vor zwölf Jahren, als wegen Leuchtraketen-Beschuss und Platzsturm Herthas Rückspiel in Düsseldorf dreimal unterbrochen wurde. Einen Abbruch gab es nicht, obwohl das Spielfeld schon total ramponiert war.

Spiel beenden, auf jeden Fall, das ist bisher immer die Devise gewesen. Die DFL reaktivierte vor 14 Jahren wieder die Idee mit der Relegation, um Auf- und Abstiegskampf noch attraktiver zu machen. Außerdem bringen zwei Spiele mehr auch noch mehr TV-Gelder.

Schon 1975 gab es Relegationsspiele. Damals konnten sich die Tabellenzweiten der beiden Zweiten Ligen (Nord und Süd) für den dritten Aufstiegsplatz in die Bundesliga qualifizieren. Damals waren die Zeiten noch friedlicher in der Gesellschaft und Fans wie Spieler empfanden es als Bonus-Chance, ins Oberhaus zu kommen. Ein Scheitern wurde als nicht so fatal empfunden.

Die DFL sollte nach den fast alljährlichen Gewaltorgien endlich darüber nachdenken, die Relegation wieder abzuschaffen. Drei Absteiger, drei Aufsteiger, fertig.

Lesen Sie hier mehr Sport >>