Lassen Sky & Co. die Klubs im Regen stehen oder bieten sie einen Rettungsschirm? Foto: Peter Schatz/Imago Images

Frankfurt/M. -  Die Meldung war noch keine 14 Stunden alt, da kam aus Frankfurt am Main das Dementi. „Die DFL befindet sich in Gesprächen mit allen Medienpartnern. Mit Sky gibt es noch keine vertraglich fixierte Vereinbarung“, twitterte die Deutsche Fußball-Liga und widersprach damit einem Bericht, nachdem die Fernsehsender dazu bereit wären, die ausstehenden Zahlungen an die Bundesligaklubs zu leisten, obwohl der Spielbetrieb weiter ruht.

Ob dieses Dementi nur pflichtschuldig war oder tatsächlich der Wahrheit entspricht, ist fast müßig. Rückzugsgefechte nennt man so was. Man beachte vor allem das Wörtchen „noch“. Es wird also genau darüber verhandelt. Und es entspricht der Logik des Milliardenzirkus Profifußball, dass die TV-Anstalten kein Interesse daran haben können, dass ihr Premiumprodukt krachen geht. Der im Bericht aufgezeigte Plan – wenn wohl noch nicht vertraglich fixiert – wäre der Königsweg, um die Bundesligen zu retten.

Es geht um die Zahlung der vierten und letzten Rate der TV-Gelder an die Liga in Höhe von 304 Millionen Euro. Fällig gewesen wäre die am 10. April, nur da ruhte wegen Corona schon der Spielbetrieb.

13 Profiklubs sind ohne TV-Geld in Gefahr

Nun soll doch die Kohle fließen. Reduziert zwar, aber mit 260 bis 280 Millionen Euro immerhin genug, dass die darbenden Vereine alle überleben würden. 13 davon in Liga eins und zwei stünden in wenigen Wochen vor dem Exitus, hieß es zuletzt immer wieder. Darunter auch vier Erstligisten. Als neuer Zahltag steht nun der 2. Mai im Raum.

Sky soll im Prinzip einverstanden sein, zeitnah zu überweisen. Dafür aber eben deutlich weniger. Die Bestätigung dafür steht noch aus. Auch ARD und ZDF sollen sich dafür entschieden haben, die nächste Rate zu zahlen. Das wären ungefähr 40 Millionen Euro. Fehlen nur noch die rund 20 Millionen von DAZN, aber die Streamingplattform sträubt sich offenbar noch, mit zum Rettungsschirm beizutragen.

TV-Sender wollen Geisterspiele

Womit klar ist: Die Saison geht weiter. Aber nur mit Geisterspielen! Händeringend wird auf ein Signal der Politik für die Fortsetzung ab dem 9. oder 16. Mai gewartet.

Groß-Veranstaltungen mit Publikum sind ja bis zum 31. August abgeblasen worden. Am Donnerstag will die DFL mit den Bundesliga-Vereinen das weitere Vorgehen festlegen.

Jeder andere Weg wird wohl zum großen Crash führen. Womit Sky & Co. kein Premiumprodukt mehr in ihrem Portfolio hätten. Ein nicht denkbares Szenario. Der Ball wird also weiter rollen. Und Sky hätte in der kommenden Bieterrunde für die Rechteperiode von 2021 bis 2025 bei der DFL verdammt gute Karten.